Jede zwölfte Firma bangt um ihre Existenz – ifo-Umfrage zeigt Höchststand bei Insolvenzsorgen
Wichtige Fakten
- • 8 % der befragten Firmen bangen um Existenz.
- • Gastgewerbe mit 20 % besonders betroffen.
- • Kaufzurückhaltung und Bürokratie sind Hauptprobleme.
- • Fehlende Aufträge belasten viele Unternehmen.
- • Allianz Trade erwartet Höchststand an Insolvenzen seit 14 Jahren.
Existenzsorgen in der deutschen Wirtschaft
Die weltweiten Krisen und politischen Spannungen setzen vielen Unternehmen in Deutschland zu. Einer Umfrage des Münchner ifo-Instituts zufolge bangt jede zwölfte Firma um ihre Existenz – das entspricht rund acht Prozent der befragten Unternehmen. Besonders kritisch ist die Lage im Gastgewerbe, wo fast 20 Prozent der Betriebe um ihre Zukunft fürchten. Aber auch in der Werbebranche, Marktforschung und im Einzelhandel ist der Anteil überdurchschnittlich hoch. Laut den Münchner Forschern handelt es sich um einen neuen Höchststand der Insolvenzsorgen.
Ursachen der Krise
Branchenübergreifend machen den Unternehmen fehlende Aufträge, steigende Betriebs- und Energiekosten sowie zunehmende bürokratische Anforderungen zu schaffen. Viele Betriebe berichten von Liquiditätsengpässen, da ihre Kunden sparen oder selbst insolvent werden. „Wenn Kunden wegbrechen oder Aufträge stornieren, trifft das die Zulieferer und Dienstleister mit voller Wucht“, so Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Die hohen Energie- und Rohstoffkosten sowie internationale Wettbewerbsnachteile gegenüber asiatischen Anbietern belasten vor allem exportorientierte Branchen.
Vermeidbare Insolvenzen
Viele Unternehmensberater beobachten mit Sorge, dass viele Betriebe zu spät auf schwierigere Rahmenbedingungen reagieren. Dies geschehe oft erst, wenn die Krise bereits absehbar sei, kritisieren Fachleute. Der Wirtschaftswissenschaftler Henning Werner von der EBS-Universität Oestrich-Winkel betont: „Dabei könnten Insolvenzen vermieden werden, wenn sich die verantwortlichen Organe frühzeitiger und konsequenter mit diesen Themen befasst hätten.“
Auswirkungen auf Aktienmärkte
Die gescheiterten Friedensbemühungen im US-Iran-Konflikt sorgen derweil für maue Stimmung an den Aktienmärkten. Der DAX gab am Mittag deutlich nach. Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank, kommentiert: „Nach wie vor ist unklar, wie die auf beiden Seiten bestehenden Maximalforderungen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden sollen.“
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