Jersey legalisiert Sterbehilfe mit ärztlicher Verabreichung - Gesetzeslage auf Britischen Inseln im Wandel
Wichtige Fakten
- • Jersey-Parlament stimmte mit 32 zu 16 für Sterbehilfe-Gesetz mit ärztlicher Verabreichung.
- • Berechtigte müssen unheilbar krank sein und seit 12 Monaten auf Jersey leben.
- • Isle of Man war erste Region der Britischen Inseln mit ähnlichem Gesetz.
- • In England und Wales stockt ein Sterbehilfe-Gesetz im House of Lords mit über 1.200 Änderungsanträgen.
- • Erste legale Sterbehilfe in Jersey könnte im Sommer 2025 stattfinden.
Gesetzesbeschluss in Jersey
Das Parlament von Jersey hat mit 32 zu 16 Stimmen ein Gesetz zur Legalisierung der Sterbehilfe für unheilbar kranke Erwachsene verabschiedet, das nun die königliche Zustimmung benötigt, bevor es in Kraft tritt. Berechtigt sind Personen mit einer tödlichen Erkrankung, die unerträgliches Leiden verursacht und eine Lebenserwartung von sechs Monaten oder bei neurodegenerativen Krankheiten wie Parkinson von zwölf Monaten hat, und die seit mindestens zwölf Monaten auf der Insel leben. Ein entscheidender Unterschied zu anderen Regionen ist, dass in Jersey Ärzte die tödliche Dosis intravenös verabreichen dürfen, was einer freiwilligen Euthanasie entspricht, während in anderen Gebieten wie England und Schottland die Selbstverabreichung vorgesehen ist.
Kontext in den Britischen Inseln
Jersey ist nach dem Isle of Man der zweite Teil der Britischen Inseln, der Sterbehilfe vollständig genehmigt hat, wobei beide Regionen Wohnsitzauflagen haben (12 Monaten in Jersey, 5 Jahre auf der Isle of Man). In England und Wales stockt ein privates Mitgliedergesetz im House of Lords mit über 1.200 Änderungsanträgen, die als Sabotage kritisiert werden, und es wird erwartet, dass es vor Ende der Sitzungsperiode im Mai scheitert. In Schottland steht ein Gesetz nächsten Monat zur Abstimmung, während in Wales die Bereitstellung von Sterbehilfe-Diensten im NHS von der Verabschiedung des Westminster-Gesetzes abhängt, das jedoch blockiert ist.
Reaktionen und nächste Schritte
Gesundheitsminister Tom Binet betonte, Jersey werde eines der sichersten und transparentesten Sterbehilfe-Gesetze der Welt haben, und erwartet die erste legale Sterbehilfe im Sommer 2025 mit 2-4 Fällen im ersten Jahr. Befürworter wie Humanists UK lobten die Entscheidung als historischen Schritt für Mitgefühl und Selbstbestimmung, während Kritiker wie Deputy Sir Philip Bailhache ethische Bedenken äußerten. Die königliche Zustimmung für Jersey und Isle of Man wird als Formalität erwartet, obwohl die Isle of Man bereits seit 11 Monaten wartet, was auf Verzögerungen bei der Prüfung hinweist, und ähnliche Verzögerungen für Jersey erwartet werden.
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