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Klima 29.04.2026, 06:40 Aktualisiert: 29.04.2026, 08:05

Kerosin-Alternativen: Keine schnelle Lösung für Flugverkehr in Sicht

Bio- und E-Fuels decken nur 0,3 % des globalen Kerosinbedarfs.

Wichtige Fakten

  • Bio- und E-Fuels decken nur 0,3 % des globalen Kerosinbedarfs.
  • Batteriebetriebene Flugzeuge sind für Langstrecken ungeeignet.
  • Europas Kerosin stammt großteils aus Importen, teils aus der Krisenregion.
  • Deutsche Pilotanlagen produzieren 2.500 Tonnen jährlich, Bedarf: 9 Mio. Tonnen.
  • Restbiomasse könnte max. 20 % des Kerosinbedarfs decken.

Synthetische und biogene Kraftstoffe noch in der Nische

Die Sorge vor Kerosinmangel wächst angesichts geopolitischer Spannungen, insbesondere im Nahen Osten. Nachhaltige Flugtreibstoffe (SAF) machen jedoch nur 0,3 Prozent des globalen Kerosinverbrauchs aus. Synthetisches E-Kerosin ist technologisch erprobt, aber die Produktion steht noch am Anfang. In Deutschland produziert eine Pilotanlage jährlich 2.500 Tonnen, während der Bedarf bei etwa neun Millionen Tonnen liegt. Auch Bio-Kerosin aus Reststoffen hat Potenzial, könnte aber nur maximal 20 Prozent des aktuellen Bedarfs decken und steht in Nutzungskonkurrenz etwa zur Stromerzeugung.

Elektrifizierung und Verhaltensänderung als Alternativen

Batterieelektrische Flugzeuge kommen aufgrund geringer Energiedichte nur für Kurzstrecken in Frage. Der Berliner Mobilitätsforscher Andreas Knie erwartet, dass der innerdeutsche Flugverkehr in wenigen Jahren verschwindet. Er plädiert dafür, Fliegen wieder als außergewöhnliche Fortbewegung für besondere Anlässe zu betrachten, da zwei Drittel der Deutschen nie fliegen.

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