Kontroverse um Kerosinversorgung: Klingbeil fordert Vorbereitungen, Reiche warnt vor Alarmismus
Wichtige Fakten
- • Die IEA warnt vor möglichen Kerosinengpässen in Europa binnen sechs Wochen.
- • Die Bundesregierung hat 50.000 Tonnen Jet-Treibstoff aus strategischen Reserven freigegeben.
- • Kerosinpreise haben sich seit Beginn des Iran-Kriegs mehr als verdoppelt.
- • Klingbeil vergleicht die Situation mit der Energiekrise nach dem Ukraine-Überfall.
- • Reiche lädt für Montag zu Branchengesprächen ein, um Gegenmaßnahmen vorzubereiten.
Politische Kontroverse um Kerosinversorgung
Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) fordert, die Warnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) vor einem möglichen Kerosinmangel in Europa "sehr ernst" zu nehmen. Damit geht er auf Konfrontationskurs zu Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die vor "Alarmismus" warnt und betont, dass in Deutschland momentan kein Mangel an Kerosin bestehe, da der Flugzeugtreibstoff auch in deutschen Raffinerien hergestellt wird.
Konkrete Maßnahmen der Bundesregierung
Angesichts der Warnungen kündigte Reiche gegenüber der dpa für den Fall eines Kerosinmangels Gegenmaßnahmen an. Die Bundesregierung hat bereits entschieden, Mengen aus strategischen Reserven freizugeben - neben Rohöl und Diesel wurden 50.000 Tonnen Jet-Treibstoff bereitgestellt, zunächst bis Ende April. Für Montag hat das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium Versorger, Flughäfen, Airlines und Verbände zu einem Gespräch eingeladen, um mögliche Auswirkungen auf die Luftfahrt zu beobachten und zielgerichtete Maßnahmen vorzubereiten.
Hintergründe und politische Forderungen
Die Preise für Kerosin haben sich seit Beginn des Iran-Kriegs mehr als verdoppelt, da ein großer Teil der Importe aus dem Nahen Osten stammt und zahlreiche Öl-Anlagen im Krisengebiet zerstört sind. Klingbeil macht deutlich, dass die Auswirkungen länger anhalten könnten und vergleicht die Situation mit der Energiekrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine. Er fordert ein Reformpaket, um Deutschland resilienter zu machen und weniger abhängig von fossilen Energieimporten, und drängt auf einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und Netze, wie im Koalitionsvertrag vereinbart.
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