KGB-Handbuch belastet Russisches Haus: Historische Spionagevorwürfe
Wichtige Fakten
- • KGB-Handbuch von 1968 zeigt Spionage-Nutzung von Kultur
- • Französische Behörden nennen Russisches Haus Geheimdienst-Tarnung
- • Politiker fordern Schließung, Rossotrudnichestvo sanktioniert
Spionagevorwürfe gegen das Russische Haus
Das Russische Haus in Berlin steht im Zentrum von Spionagevorwürfen. Ein KGB-Lehrbuch aus dem Jahr 1968, das WDR und SZ vorliegt, dokumentiert, wie der sowjetische Geheimdienst kulturelle Einrichtungen als Deckmantel für Spionage und Propaganda nutzte. Das Handbuch wurde an der KGB-Akademie eingesetzt und beschreibt, wie Kulturkontakte zur Rekrutierung von Agenten und zur Überwachung der Emigration dienten. Diese Praktiken seien nach wie vor aktuell, betont Geheimdienstexperte Kevin Riehle. In einem Dokument des französischen Innenministeriums wird das Haus als "Tarnung der russischen Geheimdienste" bezeichnet, was die Einrichtung jedoch bestreitet.
Politische Reaktionen und Forderungen
Angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine fordern Politiker von Grünen, CDU, SPD und FDP die Aufkündigung bilateraler Kulturabkommen mit Moskau. Sie sehen das Russische Haus als Werkzeug zur Verbreitung von Propaganda und möglicherweise als Basis für nachrichtendienstliche Aktivitäten. Die russische Agentur Rossotrudnichestvo, die das Haus betreibt, wurde bereits 2022 von der EU sanktioniert. Nach der Ausweisung zahlreicher Spione könnte die Bedeutung solcher kulturellen Einrichtungen für die russischen Geheimdienste laut Sicherheitskreisen sogar gestiegen sein. Die Einrichtung selbst weist alle Spionagevorwürfe zurück und betont ihre kulturelle Mission.
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