Kirche versetzte beschuldigte Priester ins Ausland – neue Studie zeigt Ausmaß
Wichtige Fakten
- • Deutsche Bistümer versetzten mindestens 47 Priester trotz Missbrauchsvorwürfen ins Ausland.
- • In 20 Fällen wussten die Bistümer vor der Versetzung von den Vorwürfen.
- • Erzbistum Bamberg versetzte Priester trotz bekanntem Missbrauch nach Namibia.
- • Auch spanische Jesuiten setzten verurteilte Täter in Bolivien ein.
- • Bischofskonferenz räumt Fehlverhalten ein und lässt Akten prüfen.
Einleitung
Eine neue Umfrage des ARD-Radiofeatures zeigt, dass deutsche Bistümer in mindestens 47 Fällen Priester ins Ausland versetzten, gegen die Missbrauchsvorwürfe vorlagen. In 20 dieser Fälle waren die Bistümer über die Vorwürfe informiert. Die Praxis offenbart ein systematisches Vertuschungsmuster.
Der Fall Bamberg
Erstmals wird ein Fall aus dem Erzbistum Bamberg bekannt: Der mutmaßliche Betroffene Peter Thiem erlitt im Internat Aufseesianum Missbrauch durch den Direktor. Nach der Meldung wurde der Priester nach Namibia versetzt, obwohl die Verantwortlichen von den Vorwürfen wussten. Das Bistum spricht heute von 'falschem Verhalten'.
Länder und Bedingungen
Die meisten Versetzungen (20) gingen nach Südamerika. Oft wurden die Gemeinden im Ausland nicht informiert, sodass die Priester weiterhin Kontakt zu Kindern hatten. In einem Fall aus Eichstätt lag sogar ein Haftbefehl vor; der Priester floh und arbeitete in der Mission.
Reaktionen und internationale Dimension
Die Deutsche Bischofskonferenz erkennt das Fehlverhalten an und lässt Akten prüfen. Auch spanische Jesuiten werden ähnlicher Taten beschuldigt: Mindestens 1.000 Betroffene meldeten sich in Bolivien. Das katalanische Parlament prüft die Verantwortung des Ordens.
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