Klimawandel treibt Landwirte zu exotischen Kulturen
Wichtige Fakten
- • Landwirte bauen wegen Klimawandel tropische Kulturen wie Wassermelonen an.
- • Klassische Getreidesorten leiden zunehmend unter Trockenheit und Schädlingen.
- • Regional produzierter Spargel kann bei Ernteausfällen teurer werden.
- • Broterzeugnis: Weizenanteil am Endpreis beträgt nur 5-10 Prozent.
- • Große Lebensmittelkonzerne sichern sich per Termingeschäften gegen Preisrisiken ab.
Klimawandel verändert Anbaubedingungen
Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die Landwirtschaft in Deutschland aus. Landwirte passen sich den veränderten Bedingungen an, indem sie neue, hitzeresistentere Kulturen anbauen. Im hessischen Eschborn baut Landwirt Nils Christian erfolgreich Wassermelonen an, die dank längerer und trockenerer Sommer auch hierzulande gedeihen. Ebenso werden in der Region Kichererbsen, Sojabohnen und Quinoa probiert, während klassische Getreidesorten wie Weizen unter Trockenheit und Schädlingsbefall leiden.
Preiseffekte durch Anpassung und Marktmacht
Nach Ansicht von Agrarökonom Martin Quaim von der Universität Bonn sind Ernteausfälle bei globalen Produkten wie Weizen meist über den Weltmarkt ausgleichbar, bei regionalen Kulturen wie Spargel bleiben die Schäden jedoch lokal und führen zu höheren Preisen. Große Lebensmittelkonzerne können steigende Kosten einfach an die Verbraucher weitergeben – und nutzen dabei manchmal auch ihre Marktmacht für überhöhte Preisaufschläge. Zum Rohstoff im verkauften Brot erklärt Quaim, dass Weizen lediglich 5-10 Prozent des Brotpreises ausmacht, während Transport, Miete und Löhne den Großteil bestimmen.
Absicherung gegen Preisschwankungen
Um sich vor Preisschwankungen bei Agrarrohstoffen zu schützen, schließen Unternehmen Terminkontrakte ab. Dies bindet einen bestimmten Preis, auch wenn der spätere Marktpreis niedriger ist. Während die Landwirte vor Ort trotz des Klimawandels neue Wege gehen, bleiben die Konzerne international orientiert – die Anpassungen erfolgen von Weinbauregionen in Baden-Württemberg bis zu Wassermelonen aus Hessen.
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