Krankenkassen-Reform: Hebammen und Ärzte warnen vor Versorgungslücken
Wichtige Fakten
- • Bundestag beschließt Beitragsstabilisierungsgesetz mit Vergütungsdeckelung.
- • Vergütungen sollen an Grundlohnrate gekoppelt werden, 2027-2029 sogar ein Prozentpunkt darunter.
- • Hebammenverband und Psychotherapeutenkammer warnen vor Versorgungsengpässen.
- • Viele Geburtshilfe-Stationen wurden bereits geschlossen, Tendenz steigend.
Gesetz zur Kostendämpfung verabschiedet
Der Bundestag hat das Beitragsstabilisierungsgesetz beschlossen. Es sieht vor, dass Vergütungen im Gesundheitswesen künftig an die Grundlohnrate gekoppelt und in den Jahren 2027 bis 2029 sogar um einen Prozentpunkt unter dieser Rate gedeckelt werden. Die Grundlohnrate spiegelt die Einnahmenentwicklung der gesetzlichen Krankenkassen wider und liegt derzeit bei 5,17 Prozent.
Proteste von Hebammen und Ärzten
Berufsverbände reagieren alarmiert. Der Deutsche Hebammenverband, der rund 29.000 Hebammen vertritt, bezeichnet das Gesetz als „skandalös“. Viele Kolleginnen böten bereits Kurse für Schwangere nicht mehr an, weil es sich nicht lohne. Einige hätten den Beruf ganz aufgegeben. Auch die Bundespsychotherapeutenkammer warnt vor weniger Therapieplätzen und längeren Wartezeiten.
Folgen für Krankenhäuser
Wolfgang Walter, Sprecher der Diakonissen-Stiftung Speyer, rechnet mit einer Deckungslücke von fünf Millionen Euro allein 2027. Rund eine Million Euro betreffe die Geburtshilfe und Pädiatrie, die bereits jetzt unterfinanziert seien. Bundesweit seien deshalb Abteilungen geschlossen worden, die Entwicklung werde sich beschleunigen. In Speyer selbst sei die Schließung der Geburtsstation nicht geplant, doch die Nachbesetzung offener Stellen gestalte sich zunehmend schwieriger.
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