Personalmangel in Pflegeheimen: Lücke als Gewinnquelle?
Wichtige Fakten
- • Unbesetzte Pflegestellen können den Gewinn von Heimen steigern.
- • Rückforderungen sind aufgrund bürokratischer Hürden selten.
- • Pflegekassen fordern vollständige Rückzahlung von Überschüssen.
Aufwendungen für Pflegepersonal einsparen, um den Gewinn zu steigern: Dieses Geschäftsmodell funktioniert offenbar, ohne dass Heimbetreiber durchschnittlich mit Sanktionen rechnen müssen. Recherchen zufolge wird der vorgesehene Mechanismus zur Bestrafung von Personalmangel in der Praxis selten angewandt. Ein Grund dafür sind komplizierte Verfahren und uneinheitliche Bundeslandregeln. Die gesetzlich vorgesehenen Kürzungen der Pflegevergütung fallen oft moderat aus, sodass Heimbetreiber am Ende sogar Gewinne mit unbesetzten Stellen erzielen können.
Kritiker aus den Reihen der Pflegekassen fordern gesetzliche Änderungen: Es müsse geregel sein, dass Überschüsse aus fehlendem Pflegepersonal vollständig zurückgezahlt werden. Pflegekassen verweisen auf Jahreslücken von bis zu 1,7 Millionen Euro, gegen die nur unzureichende Summen gesetzt würden. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken pocht allerdings darauf, die bestehenden Regeln seien ausreichend. Pflegekündigungen bei betrügerischen Handlungen seien bereits jetzt möglich.
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