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Wirtschaft 19.03.2026, 12:11 Aktualisiert: 19.03.2026, 18:08

Iran-Krieg eskaliert: Neue Angriffe auf Raffinerien und LNG-Anlage treiben Energiepreise

Iran griff Ölraffinerien in Kuwait und Saudi-Arabien sowie die LNG-Anlage Ras Laffan in Katar an.

Wichtige Fakten

  • Iran griff Ölraffinerien in Kuwait und Saudi-Arabien sowie die LNG-Anlage Ras Laffan in Katar an.
  • Der Gaspreis (TTF-Kontrakt) stieg zeitweise um 35% auf 74 Euro/MWh, Öl (Brent) um über 10% auf 115 Dollar/Fass.
  • Mehr als 20 Düngemitteltanker stauen sich in der Golfregion, Harnstoffpreise stiegen um 40% auf 700 Dollar/Tonne.
  • Die Welthungerhilfe warnt vor verschärften Ernährungskrisen durch Düngemittelknappheit und sinkende Ernteerträge.
  • Der DAX fiel auf 22.945 Punkte (-2,4%), K+S-Aktie als Krisengewinner stieg auf 17,50 Euro.

Eskalation mit Angriffen auf Energieinfrastruktur

Der Krieg im Iran hat eine neue Eskalationsstufe erreicht: Als Reaktion auf israelische und US-Angriffe auf iranische Energieanlagen hat das iranische Militär Ölraffinerien in Kuwait und Saudi-Arabien sowie die weltgrößte LNG-Anlage Ras Laffan in Katar attackiert. In Kuwait wurden die Raffinerien Mina Al-Ahmadi und Mina Abdullah getroffen, in Saudi-Arabien die Samref-Raffinerie in Yanbu. Die iranische Revolutionsgarde drohte, bei weiteren Angriffen auf Iran die Öl- und Gasindustrien der Golfstaaten "vollständig zu zerstören".

Energiepreise schießen in die Höhe

Die jüngsten Angriffe ließen die Energiepreise erneut deutlich ansteigen. Der europäische Gaspreis (TTF-Kontrakt) legte zeitweise um 35 Prozent auf 74 Euro pro Megawattstunde zu, nachdem er vor Kriegsbeginn noch bei 31 Euro gelegen hatte. Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent stieg um mehr als zehn Prozent auf rund 115 Dollar pro Fass. Die Blockade der Straße von Hormus durch Iran, durch die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert wird, verschärft die Lage zusätzlich.

Düngemittelkrise bedroht Lebensmittelversorgung

Neben den Energiepreisen droht eine ernste Düngemittelkrise: Durch die Blockade der Straße von Hormus, die ein Drittel des globalen Düngemittelhandels abwickelt, stauen sich mehr als 20 Düngemitteltanker in der Golfregion. Die Exportpreise für Harnstoff sind seit Kriegsbeginn um rund 40 Prozent auf 700 Dollar je Tonne gestiegen. Die Welthungerhilfe warnt, dass sich Ernährungskrisen in vielen Ländern dramatisch verschärfen könnten, da Landwirte weniger düngen und die Ernteerträge sinken.

Auswirkungen auf Unternehmen und Finanzmärkte

Die Krise trifft auch Unternehmen: Der Chemiekonzern BASF erhöhte Preise für viele Produkte um mindestens 30 Prozent, während der Düngerkonzern K+S von steigenden Schwefelpreisen profitiert und seine Aktie als Krisengewinner gilt. An den Finanzmärkten führten Sorgen um die Weltwirtschaft zu Verlusten, mit dem DAX auf einem Tief seit Mai 2025 und einem Rückgang von 2,4 Prozent auf 22.945 Punkte. Analysten sehen wenig Hilfe von Notenbanken, die zunächst Zeit für eine Bewertung der Lage benötigen.

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