Teilen:
International 15.03.2026, 06:47 Aktualisiert: 15.03.2026, 08:03

Lettland verschärft Sprachregeln für russische Minderheit

Lettland verlangt von russischen Staatsbürgern einen Lettisch-Test auf Niveau A2.

Wichtige Fakten

  • Lettland verlangt von russischen Staatsbürgern einen Lettisch-Test auf Niveau A2.
  • Wer die Prüfung nicht besteht, riskiert eine Ausweisung aus dem Land.
  • Etwa ein Viertel der Bevölkerung in Lettland hat russische Wurzeln.
  • Die Regelung wurde 2022 nach dem russischen Angriffskrieg eingeführt.
  • Bisher mussten nur wenige Menschen das Land wegen des Tests verlassen.

Sprachpflicht für Russischsprachige

Lettland hat nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine 2022 sein Aufenthalts- und Einwanderungsgesetz verschärft. Russische Staatsbürger, die dauerhaft im Land leben möchten, müssen seither einen Lettisch-Test auf dem Niveau A2 bestehen. Wer die Prüfung nicht besteht, kann eine befristete Verlängerung von bis zu zwei Jahren erhalten, um den Test zu wiederholen. Wird der Sprachnachweis nicht erbracht, kann dies zur Ausweisung führen. Ursprünglich waren etwa 25.000 Menschen betroffen, wobei die meisten die Prüfung bereits abgelegt haben.

Historischer Kontext und Herausforderungen

Lettland war bis 1990 Teil der Sowjetunion, in dieser Zeit wurden gezielt Menschen aus anderen Sowjetrepubliken angesiedelt, vor allem aus Russland. Heute hat etwa ein Viertel der Bevölkerung lettische Wurzeln, viele davon sind als 'Nichtbürger' registriert oder besitzen die lettische Staatsbürgerschaft. Die Sprachsituation ist komplex: Während ältere Generationen wie der 73-jährige Wladimir Galotschkin Schwierigkeiten haben, Lettisch zu lernen, beherrscht die jüngere Generation die Sprache oft gut, da sie sie in der Schule gelernt hat. Viele Russischsprachige leben in eigenen Vierteln wie Plavnieki, wo Lettisch selten gesprochen wird, was das Sprachenlernen erschwert.

Politische Motivation und gesellschaftliche Reaktionen

Die treibende Kraft hinter der Regelung ist die rechtskonservative Partei Nationale Allianz, deren Abgeordneter Edvīns Šnore argumentiert, dass viele Russen während der sowjetischen Besatzung keine Notwendigkeit sahen, Lettisch zu lernen. Der frühere Integrationsminister Nils Muižnieks betont, dass sich die Sprachsituation in den letzten Jahrzehnten verbessert hat, aber viele Letten ungeduldig sind. Die Maßnahmen werden von einigen als gerecht angesehen, um die lettische Sprache und Kultur zu erhalten, während andere sie als harte Linie kritisieren. Bislang mussten nur eine Handvoll Menschen das Land wegen des Sprachnachweises verlassen.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.