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International 15.03.2026, 14:22 Aktualisiert: 15.03.2026, 23:03

Ungarn vor der Wahl: Großdemonstrationen in Budapest als Stimmungstest

Am ungarischen Nationalfeiertag demonstrierten Zehntausende für Orban und Magyar in Budapest.

Wichtige Fakten

  • Am ungarischen Nationalfeiertag demonstrierten Zehntausende für Orban und Magyar in Budapest.
  • Orban warf Magyar vor, eine Marionette der EU und der Ukraine zu sein.
  • Magyar beschuldigte Orban, sich mit russischer Hilfe an der Macht zu halten.
  • Orban blockiert ein EU-Darlehen von 90 Milliarden Euro für die Ukraine.
  • In Umfragen liegt Magyars Tisza-Partei vor Orbans Fidesz-Partei.

Wahlkampf und Demonstrationen

Vier Wochen vor der Parlamentswahl in Ungarn am 12. April fanden in Budapest Großdemonstrationen statt. Zehntausende Anhänger von Ministerpräsident Viktor Orban versammelten sich zum 'Friedensmarsch', während Oppositionsführer Peter Magyar zum 'Nationalen Marsch' aufrief, mit Erwartungen von über 100.000 Teilnehmern. Die Kundgebungen gelten als wichtiger Stimmungstest vor der Wahl, bei der Orban, der seit 2010 regiert, unter Druck steht, da seine Fidesz-Partei in Umfragen hinter Magyars Tisza-Partei liegt.

Politische Auseinandersetzungen und Ukraine-Konflikt

Der Wahlkampf wird von verbalen Angriffen dominiert: Orban beschuldigt Magyar, eine 'Marionette' Brüssels und des ukrainischen Präsidenten Selenskyj zu sein, und warf ihm vor, Ungarn in den Krieg mit Russland ziehen zu wollen. Magyar konterte, indem er Orban vorwarf, sich mit russischer Hilfe an der Macht zu halten, Milliarden veruntreut zu haben und zivile Freiheiten zu beschneiden. Die Beziehungen zwischen Ungarn und der Ukraine sind angespannt, insbesondere nach einer Pipeline-Beschädigung im Januar, die Öllieferungen beeinträchtigte. Orban blockiert derzeit ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro und neue Sanktionen gegen Russland.

Wahlausblick und innenpolitische Spannungen

Die Demonstrationen fanden am ungarischen Nationalfeiertag statt, der an die Revolution von 1848 erinnert, und wurden von Beobachtern als Indikator für die Wahlchancen gewertet. Magyars Tisza-Partei führt in den meisten unabhängigen Umfragen, was auf wachsende Unzufriedenheit mit Orbans Regierung hindeutet, die von stagnierender Wirtschaft, Korruptionsvorwürfen und autoritären Tendenzen geprägt ist. Orban versprach in seiner Rede, Ungarn als 'Insel der Sicherheit' zu bewahren, während Magyar zu einer 'Systemwende' aufrief und betonte, dass Ungarn Teil der EU und NATO bleiben solle.

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