Londoner Wohnungsbetrug: „Traumwohnung“ entpuppt sich als aufwendige Falle
Wichtige Fakten
- • 20-jährige Studentin zahlt 12.000 Pfund Anzahlung für nicht existente Wohnung.
- • 23 Personen meldeten sich als Opfer desselben Betrugs mit einer Wohnung.
- • Bericht über Mietbetrug: Verluste stiegen von 7,2 Mio. (2021) auf 14,5 Mio. Pfund (2025).
- • Vermittler gab sich als Agentur Propertiesmatter.com aus, die nicht existiert.
- • Opfer fühlten sich durch den Druck auf dem Wohnungsmarkt zur Eile getrieben.
Hintergrund des Falls
Die 20-jährige Studentin Mide Awosika sah sich im vergangenen Sommer um ihre Traumwohnung in London betrogen. Gemeinsam mit zwei Mitbewohnern überwies sie eine Anzahlung von 12.000 Pfund für eine Vierzimmerwohnung im Stadtteil Poplar. Der Makler, der sich als Derrick Fringe ausgab, drängte zur sofortigen Zahlung, um die Wohnung zu sichern. Am Einzugstag stellte sich heraus, dass mehrere andere Personen ebenfalls Schlüssel für dieselbe Wohnung erwarteten. Insgesamt meldeten sich 23 Geschädigte, die alle auf die gleiche Immobilie und denselben Makler hereingefallen waren.
Betrugswelle und Schadenssummen
Die Fälle zeigen ein wachsendes Problem: Laut Report Fraud haben sich die gemeldeten Verluste durch Mietbetrug in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt. Waren es 2021 noch 7,2 Millionen Pfund bei 4.642 Fällen, stieg die Summe 2025 auf 14,5 Millionen Pfund bei 4.178 gemeldeten Fällen. Opfer wie Freazy Warr und Nirrhit Pal überwiesen 7.200 Pfund für dieselbe Wohnung und standen ohne Wohnung da. Zwei junge Berufstätige verloren sogar 9.460 Pfund. Makler Fringe und der angebliche Vermieter Edward Robinson reagierten nicht auf Anfragen der BBC.
Reaktionen und Forderungen
Das Portal OpenRent bedauerte den Vorfall, wies jedoch darauf hin, dass Zahlungen außerhalb der Plattform gegen die AGB verstoßen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Nationale Vermieterverband NRLA warnt vor Großzahlungen im Voraus und rät zu Vorsicht: Niemals vor Besichtigung Miete zahlen, nach Identitätsnachweisen fragen und möglichst per Kreditkarte zahlen. Die betroffene Studentin Awosika meinte, die Masche sei „so aufwendig“ gewesen, dass es sich real anfühlte. Das Geld sei „einfach weg“.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.