Hunderte Tote bei Luftangriff auf Drogen-Reha-Klinik in Kabul
Wichtige Fakten
- • Taliban melden 408 Tote und 265 Verletzte nach Luftangriff auf Omid-Klinik in Kabul.
- • Pakistan bestreitet zivile Ziele und behauptet präzise Angriffe auf militärische Einrichtungen.
- • UN fordert unabhängige Untersuchung und kritisiert zivile Opfer bei dem Luftangriff.
- • Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan eskaliert seit drei Wochen mit zahlreichen Grenzgefechten.
- • China versucht weiterhin zu vermitteln, doch bisher ohne Erfolg bei der Deeskalation.
Angriff auf zivile Einrichtung mit hohen Opferzahlen
Bei einem Luftangriff auf die Omid-Entzugsklinik für Drogenabhängige in Kabul wurden nach Angaben der Taliban 408 Menschen getötet und 265 verletzt. Die UN-Hilfsmission UNAMA bestätigte, dass die Klinik von einem pakistanischen Luftangriff betroffen war. Augenzeugen berichteten von schrecklichen Szenen: Patienten verbrannten in ihren Betten oder wurden von einstürzenden Wänden erschlagen. Rettungskräfte suchten noch am Dienstag nach Überlebenden in den Trümmern, während Fernsehbilder weiträumige Feuer- und Rauchsäulen sowie Bergungsarbeiten zeigten.
Widersprüchliche Darstellungen und internationale Reaktionen
Pakistan bestreitet, gezielt eine zivile Einrichtung angegriffen zu haben, und behauptet, präzise militärische Einrichtungen, Terror-Infrastruktur sowie Munitionslager in Kabul und der Provinz Nangarhar angegriffen zu haben. Ein Regierungsbeamter sagte, man werde die Angriffe fortsetzen, auch wenn es zu einem Fehlschlag gekommen sein könnte. Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Afghanistan, Richard Bennett, zeigte sich "bestürzt" über die zivilen Opfer und forderte eine unabhängige Untersuchung. Auch Indien verurteilte den Angriff.
Eskalation des Grenzkonflikts und Vermittlungsversuche
Der Vorfall ereignete sich im Kontext eines seit drei Wochen andauernden Krieges zwischen den Nachbarländern, der nach einem Bruch des im Oktober vermittelten Waffenstillstands eskalierte. China versucht als Vermittler zu agieren, doch bisher ohne Erfolg. Die Taliban reagierten bereits mit Drohnenangriffen auf pakistanische Militäranlagen. Der Konflikt hat bereits zu zahlreichen Grenzgefechten geführt, bei denen nach afghanischen Angaben vier Menschen, darunter zwei Kinder, getötet wurden.
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