Mega-Schlauchboote: Neue gefährliche Trends bei Ärmelkanal-Überfahrten
Wichtige Fakten
- • Rekord: 230 Menschen in einem Boot am Montag
- • China-Firma trotz Sanktionen im Angebot aktiv
- • Durchschnitt 66,5 Personen pro Boot im Jahr 2026
- • Grund: Erfolgreiche Strafverfolgung erhöht Profitdruck
- • Türke Araber Savas zu 11 Jahren verurteilt
Steigende Zahl von Mega-Dinghies
Am Montag erreichte ein mit 230 Personen beladenes Schlauchboot die britische Küste – ein neuer Rekord. Laut französischen Behörden gab es in diesem Jahr bereits elf solcher Mega-Überfahrten. Die durchschnittliche Personenzahl pro Boot stieg von sieben im Jahr 2018 auf über 66 in den ersten sechs Monaten 2026. Diese Boote sind oft 15 Meter lang und stellen eine wachsende Gefahr dar, wie ein gekentertes Boot mit 173 Insassen zeigte.
Lieferkette aus China
Ein verdeckter Ermittler des Guardian kontaktierte die chinesische Firma Wuxi Funsor Marine Equipment, die Mega-Dinghies anbietet. Die Muttergesellschaft Weihai Yamar steht unter britischen Sanktionen, liefert aber weiterhin. Die Boote werden in China produziert und über Zwischenhändler in die EU gebracht. Der Prozess gegen den Türken Adem Savas offenbarte die komplexe Logistik: Von China über Bulgarien nach Deutschland und schließlich nach Belgien und Frankreich.
Gründe für den Trend
Laut Europol und Experten sind die größeren Boote eine Reaktion auf verstärkte Strafverfolgungsmaßnahmen. „Es ist schlicht profitabler, mehr Menschen auf einem Boot zu transportieren“, sagt Mihnea Cuibus von der Universität Oxford. Die Schlepperbanden versuchen, ihre Effizienz zu steigern, um die erhöhten Risiken und Lieferengpässe zu kompensieren.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.