Mehrwertsteuersenkung: Gastro-Preise bleiben stabil
Wichtige Fakten
- • 73,4% der Gastronomen halten Preise trotz Steuersenkung stabil.
- • DEHOGA befragte etwa 2.000 Gastronomiebetriebe.
- • Gastronom Mike Henning senkte Preise und steigerte Umsatz um 30%.
- • Steuersenkung reduzierte Preiserhöhungen, so das Statistische Bundesamt.
- • Viele Betriebe kämpfen mit hohen Kosten für Personal und Einkauf.
Preissenkung ohne Wirkung?
Die im Januar 2026 erfolgte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent zeigt kaum Wirkung auf die Verbraucherpreise. Eine Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA unter rund 2.000 Betrieben ergab, dass 73,4 Prozent ihre Preise stabil gehalten haben. Nur wenige senkten die Preise, die meisten nutzten den Spielraum, um gestiegene Kosten aufzufangen.
Gründe für ausbleibende Weitergabe
Gastronomen verweisen auf höhere Einkaufspreise und gestiegene Personalkosten, etwa durch Mindestlohnerhöhungen. Amritvir Singh Dillon aus Wermelskirchen erklärt: "Die Fixkosten, die Einkaufskosten, die Personalkosten" seien stark gestiegen. Auch sein Lieferant habe Preiserhöhungen bei Rapsöl angekündigt. Das Statistische Bundesamt stellt fest, dass die Preise für Hauptspeisen durchschnittlich leicht stiegen, aber dank der Steuersenkung geringer ausfielen.
Ausnahme mit Erfolg
Mike Henning aus Hagen senkte in seinem Restaurant am Hengsteysee die Preise um je einen Euro pro Hauptgericht. „Das Teuerste in der Gastronomie sind die Personalkosten", sagt er. Durch mehr Gäste bei niedrigeren Preisen kann er das Personal besser auslasten. Mit offensiver Werbung erzielte er zu Jahresbeginn bis zu 30 Prozent mehr Umsatz. Sein Personal verdiene zudem durch höheres Trinkgeld.
Verständnis bei Gästen
Gäste zeigen Verständnis, dass die Steuersenkung oft nicht weitergegeben wird. Stammgäste wie das Ehepaar Reifers unterstützen die Wirte: "Man muss sie unterstützen", sagt Stefan Reifers. Sein Restaurant will Dillon durch den Steuervorteil für Kostendeckung nutzen und in den kommenden Jahren auf Preiserhöhungen verzichten.
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