Neue Debatte über Leihmutterschaft nach Spahn-Rücktritt
Wichtige Fakten
- • Grüne fordern erneute Befassung mit Leihmutterschaft im Bundestag.
- • CDU hält an striktem Verbot der Leihmutterschaft fest.
- • Ethikrat sieht Doppelmoral bei Verbot und Ausweichoption im Ausland.
- • Kommission empfahl unter engen Auflagen Zulassung altruistischer Leihmutterschaft.
- • Spahn reiste für eigene Leihmutterschaft in die USA; Kosten sind teuer.
Neue Debatte nach Spahn-Rücktritt
Der Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn hat eine neue Debatte über die in Deutschland verbotene Leihmutterschaft ausgelöst. Die Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann forderte eine erneute Befassung mit dem Thema im Bundestag und verwies auf den Bericht der Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung aus dem April 2024, die empfohlen hatte, Leihmutterschaft unter engen Voraussetzungen – etwa bei naher verwandtschaftlicher oder freundschaftlicher Beziehung – zuzulassen, sofern der Schutz der Leihmutter und das Kindeswohl gewährleistet sind.
Positionen der Parteien und des Ethikrats
Die Union, insbesondere CDU-Bundesvize Karin Prien, lehnt sowohl gewerbliche als auch altruistische Leihmutterschaft ab und verweist auf den Parteitagsbeschluss vom Februar 2026. Die SPD hat ihre Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen, die Linkspartei warnt vor Ausbeutung. Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Helmut Frister, kritisierte eine Doppelmoral: Das inländische Verbot verlagere das Problem ins Ausland, wo die Standards niedriger seien.
Globale Verlagerung und Missbrauchsrisiken
Das deutsche Verbot führt nach Recherchen dazu, dass Paare vermehrt ins Ausland ausweichen, vor allem nach Georgien oder Mexiko, wo die Regelungen oft lax sind. Skandale wie unbezahlte Honorare an Leihmütter in Georgien zeigen die Missbrauchsrisiken. Experten forderten, die gelebte Praxis anzuerkennen und einen sicheren Rahmen in Deutschland zu schaffen.
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