Namibia: Genehmigung für umstrittenen Phosphatabbau im Meer sorgt für Proteste
Wichtige Fakten
- • Erste Genehmigung für weltweit ersten Phosphatabbau auf dem Meeresgrund erteilt.
- • Umweltschützer befürchten Freisetzung giftiger Stoffe am Meeresboden.
- • Proteste führen Namibias Präsidentin Netumbo Nandi-Ndaitwah in Walvis Bay an.
- • Der Abbau erfolgt auf Fläche fast so groß wie das Saarland.
- • Unternehmen betont strengere Überwachung und Renaturierungspläne.
Entscheidung und Ausmaß des Projekts
Die Behörden Namibias haben Umweltgenehmigungen für den ersten großen Abbau von Phosphat am Meeresboden erteilt. Etwa 60 Kilometer vor der Küste soll in 200 bis 300 Meter Tiefe auf einer Fläche fast so groß wie das Saarland das Unternehmen Namibian Marine Phosphate Sedimente absaugen – zunächst mit bis zu 5,5 Millionen Tonnen pro Jahr. Der abgebaute Phosphat soll zur Düngemittelproduktion eingesetzt werden. Noch warten die Bewilligungen für eine Fabrik an Land, bevor die Arbeiten tatsächlich beginnen können.
Proteste und Bedenken
Hunderte Menschen protestieren in der Hafenstadt Walvis Bay gegen das als "Strandläufer" bekannte Vorhaben. Sie sorgen sich um den Fischbestand, sichere Arbeitsplätze und die regionale Umgebung. Umweltschutzorganisationen warnen, dass giftige Schwermetalle vom Meeresgrund befreit werden könnten. Mehrfach gab es Widerstand, auch in politischen Kreisen. Selbst die Staatspräsidentin Netumbo Nandi-Ndaitwah sowie Teile der Jugendorganisation der Regierungspartei nehmen an Demonstrationen teil. Die Küstenbewohner fordern eine komplette Neubewertung der Umwelt- und Sozialverträglichkeit durch die Regierung in Windhoek.
Perspektiven der Beteiligten
Die Meeresbiologin Dietlinde Nakwaya-Jakobus, Dozentin an der Universität von Namibia, hält das Projekt für beobachtenswert: Erst eine mit der Renaturierungsauflage versehene Überwachung könnte zeigen, ob das Vorhaben tatsächlich verträglich abläuft. Das Unternehmen besteht darauf, dass der Eingriff lediglich im Ausmaß langjähriger Fischer mit schwerer Ausrüstung liege, größtem Nachhaltigkeitsanforderungen jedoch gerecht werde. Die von den Demonstranten eingereichte Petition soll nun laut Umweltministerium geprüft werden – weiter bleibt abzuwarten, ob sie bereits erteilte Genehmigungen einschränken oder widerrufen könnte.
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