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Wirtschaft 27.02.2026, 04:12 Aktualisiert: 27.02.2026, 23:03

Netflix zieht sich endgültig aus Bieterkampf um Warner Bros. zurück - Paramount übernimmt

Netflix zieht sich zurück, da Paramounts Gebot von 31 Dollar pro Aktie (ca. 110 Mrd. $) finanziell unattraktiv sei.

Wichtige Fakten

  • Netflix zieht sich zurück, da Paramounts Gebot von 31 Dollar pro Aktie (ca. 110 Mrd. $) finanziell unattraktiv sei.
  • Der Warner-Verwaltungsrat stufte Paramounts Angebot als 'überlegen' ein; die Aktionärsabstimmung am 20. März ist hinfällig.
  • Die Übernahme benötigt noch Genehmigungen von US- und EU-Behörden; Kalifornien untersucht den Deal offen.
  • Politische Bedenken wegen Larry Ellisons Verbindungen zu Trump und möglichen Auswirkungen auf CNN.
  • Netflix-Chef Sarandos traf sich im Weißen Haus mit Justizministerium, bevor der Rückzug bekanntgegeben wurde.

Netflix zieht sich aus Bieterkampf zurück

Im milliardenschweren Bieterkampf um Warner Bros. Discovery hat Netflix endgültig einen Rückzieher gemacht und sein Angebot nicht erhöht. Der Streamingdienst begründete dies damit, dass das zuletzt verbesserte Gebot von Paramount bei diesem Preis finanziell nicht mehr attraktiv sei. Die Netflix-Co-Chefs Ted Sarandos und Greg Peters betonten, man habe diszipliniert gehandelt und die Transaktion sei immer ein 'Nice to have' zum richtigen Preis gewesen, kein 'Must have' um jeden Preis. Netflix kündigte an, weiter in eigene Inhalte zu investieren und ein Aktienrückkaufprogramm wieder aufzunehmen.

Paramount mit überlegenem Angebot

Paramount bietet nun 31 Dollar je Aktie für den gesamten Warner-Konzern, einschließlich TV-Sender wie CNN, was einem Gesamtwert von rund 110 Milliarden Dollar entspricht. Netflix hatte zuletzt knapp 83 Milliarden Dollar für das Filmstudio- und Streaminggeschäft geboten, wobei die TV-Sender ausgelagert werden sollten. Der Warner-Verwaltungsrat stufte Paramounts Angebot formell als 'überlegen' ein, wodurch der Weg für eine Übernahme durch Paramount frei scheint. Die für den 20. März geplante Aktionärsabstimmung über das Netflix-Angebot ist damit de facto hinfällig. Paramount-Chef David Ellison begrüßte die Entscheidung und versprach 'überlegenen Wert' für die Aktionäre.

Politische und regulatorische Hürden

Die Übernahme unterliegt noch der Genehmigung durch US-Behörden wie das Justizministerium und europäische Aufsichtsbehörden. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta kündigte eine offene Untersuchung an und betonte, der Deal sei 'nicht abgeschlossen'. Netflix-Chef Ted Sarandos traf sich kurz vor der Rückzugsankündigung im Weißen Haus mit Justizministerium und Generalstaatsanwältin Pam Bondi, was Spekulationen über politischen Druck nährt. Zudem gibt es politische Kontroversen: Paramount wird von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison kontrolliert, der als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump gilt. Beobachter befürchten mögliche Auswirkungen auf die redaktionelle Unabhängigkeit des bislang Trump-kritischen Nachrichtensenders CNN.

Reaktionen und Ausblick

US-Senatorin Elizabeth Warren warnte vor wettbewerbsrechtlichen Bedenken und höheren Preisen für Verbraucher. Der Regisseur James Cameron äußerte sich gegen eine Netflix-Übernahme, während andere Hollywood-Figuren wie Mark Ruffalo auch eine Paramount-Übernahme als 'Monopolisierung' kritisieren. Die engen Verbindungen der Ellison-Familie zur Trump-Administration sorgen für zusätzliche politische Spannungen. Analysten betonen, dass die Übernahme für Paramount strategisch notwendig ist, während Netflix opportunistisch handelte. Die Medienlandschaft steht vor einer möglichen Neugestaltung, mit erwarteten Jobverlusten und Konsolidierungseffekten.

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