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Wirtschaft 01.04.2026, 00:50 Aktualisiert: 01.04.2026, 15:05

Neue Tankstellenregelung tritt in Kraft - Erste Preiserhöhungen um 12 Uhr

Seit 1. April 2026 dürfen Tankstellen Preise nur einmal täglich um 12 Uhr erhöhen.

Wichtige Fakten

  • Seit 1. April 2026 dürfen Tankstellen Preise nur einmal täglich um 12 Uhr erhöhen.
  • Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro bestraft werden.
  • Am ersten Tag stiegen Preise für Super E10 um 4,8 Cent und für Diesel um 4,6 Cent.
  • Dieselpreise stiegen seit Kriegsbeginn um 59 Cent, Super E10 um 36 Cent.
  • Das Bundeskartellamt erhält mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise.

Neue Regelung tritt in Kraft

Seit dem 1. April 2026 gilt in Deutschland eine neue Regelung für Tankstellen, die Preiserhöhungen auf einmal täglich um 12 Uhr begrenzt, während Preissenkungen weiterhin jederzeit möglich sind. Diese Maßnahme, die im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde, zielt darauf ab, starke Preisschwankungen zu reduzieren und für mehr Transparenz zu sorgen. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Die schwarz-rote Koalition orientiert sich dabei am österreichischen Vorbild, wo eine ähnliche Regelung bereits existiert.

Erste Erfahrungen und Preisentwicklung

Die Premiere der neuen Regelung zeigte am ersten Tag deutliche Preiserhöhungen: Der Durchschnittspreis für Super E10 stieg von 2,099 Euro auf 2,147 Euro, für Diesel von 2,301 Euro auf 2,347 Euro. Teilweise wurden sogar Aufschläge von bis zu 20 Cent beobachtet. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 sind die Spritpreise stark gestiegen: Diesel verteuerte sich um mehr als 59 Cent, Super E10 um fast 36 Cent. Am 1. April erreichten Super E10 mit 2,107 Euro und Diesel mit 2,316 Euro Rekordwerte für das laufende Jahr.

Kritik und Skepsis

Autoclub ADAC, Tankstellenbetreiber und der Verbraucherzentrale-Bundesverband äußern Zweifel an der Effektivität der Neuregelung. Ramona Pop vom Verbraucherzentrale-Bundesverband betont, dass in Österreich die Preise nach anfänglichem Sinken rasch wieder auf das gewohnte Niveau zurückkehrten. Der ADAC sieht in den Preiserhöhungen am ersten Tag einen Hinweis, dass die Regelung ihr Ziel verfehlt. Kartellamtschef Andreas Mundt erwartet jedoch weniger "Preisgezappel" und mehr Transparenz für Verbraucher.

Weitere Maßnahmen und Ausblick

Die Regelung ist Teil eines "Kraftstoffmaßnahmenpakets", das auch eine Verschärfung des Kartellrechts umfasst, um dem Bundeskartellamt mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise zu geben. Die Koalition prüft weitere Schritte für den Fall, dass der Iran-Krieg länger andauert, darunter eine temporäre Erhöhung der Pendlerpauschale, eine Senkung der Energiesteuer oder die Einführung einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt eine Übergewinnsteuer jedoch ab. Der ADAC spricht sich für eine vorübergehende Senkung der Energiesteuer aus, was etwa 15 Cent Entlastung pro Liter bringen könnte.

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