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Wirtschaft 04.08.2026, 13:15 Aktualisiert: 04.08.2026, 23:01

Niedrigwasser bedroht deutsches Wirtschaftswachstum

Niedrigwasser könnte Wachstum um 0,4 Prozentpunkte senken.

Wichtige Fakten

  • Niedrigwasser könnte Wachstum um 0,4 Prozentpunkte senken.
  • Schiffe fahren nur mit reduzierter Ladung oder gar nicht.
  • Ersatz durch Lkw scheitert an fehlenden Fahrern und Brücken.
  • Rheinpegel erreichen historische Tiefststände, keine Besserung in Sicht.
  • Inflation könnte durch höhere Transportkosten weiter steigen.

Bedrohung für die Konjunktur

Das Niedrigwasser in deutschen Flüssen könnte das bereits schwache Wirtschaftswachstum in Deutschland 2026 zunichte machen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt vor einem Verlust von bis zu 0,4 Prozentpunkten, während die Wachstumsprognosen zuvor nur bei etwa 0,5 Prozent lagen. IW-Ökonom Thilo Schäfer betont, ein längerer Ausfall der Schifffahrt auf dem Rhein könnte das "Pflänzchen Wachstum komplett ersticken". Auch das IfW beziffert den möglichen Schaden im dritten Quartal auf ein bis zwei Milliarden Euro.

Aktuelle Lage und betroffene Industrien

Die Pegelstände von Rhein, Elbe und Donau haben vielerorts historische Tiefststände erreicht, in Köln und Duisburg sogar Rekordwerte. Die Binnenschifffahrt ist stark eingeschränkt, in Köln findet gar kein Verkehr mehr statt. Besonders betroffen sind Chemie-, Stahl- und Raffinerieindustrie, die auf Rohstofflieferungen per Schiff angewiesen sind. ThyssenKrupp hat bereits die Produktion gedrosselt. Alternative Transporte per Lkw sind wegen fehlender Fahrer und kaputter Brücken kaum möglich – für den Ersatz von Rheinschiffen wären täglich etwa 3.000 Tanklaster nötig.

Folgen für Verbraucher

Die gestörten Lieferketten könnten die Inflation weiter anheizen, die ohnehin auf 2,8 Prozent gestiegen ist. Höhere Transportkosten schlagen sich auf Benzin- und Dieselpreise nieder, was die Kaufkraft der Verbraucher schmälert und den Binnenkonsum belastet. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat eine Fachkonferenz einberufen, um Lösungen zu erarbeiten, doch konkrete Maßnahmen stehen noch aus.

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