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Wirtschaft 12.03.2026, 05:00 Aktualisiert: 12.03.2026, 23:08

Iran-Konflikt treibt Ölpreise und belastet Wirtschaft weltweit

Der Iran-Krieg verursacht täglich 600 Millionen Dollar Verluste im Tourismus der Golfstaaten.

Wichtige Fakten

  • Der Iran-Krieg verursacht täglich 600 Millionen Dollar Verluste im Tourismus der Golfstaaten.
  • Der Ölpreis (Brent) schwankt stark und liegt aktuell wieder über 100 Dollar pro Barrel.
  • BMW erzielte 2025 mit 7,5 Milliarden Euro Nettogewinn bessere Ergebnisse als deutsche Konkurrenten.
  • Der durchschnittliche Preis für E-Autos in der EU sank 2025 um 1.800 Euro auf 42.700 Euro.
  • Die EU-CO2-Ziele für 2025-2027 werden bereits von vielen Herstellern erreicht.

Ölpreiskrise verschärft sich durch Iran-Konflikt

Der Krieg im Iran hat zu erheblichen Turbulenzen auf dem globalen Ölmarkt geführt, wobei der Preis für Brent-Rohöl derzeit wieder über 100 US-Dollar pro Barrel liegt. Die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus, durch die ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt, hat die Exporte seit zwölf Tagen zum Erliegen gebracht und zu extremen Preisschwankungen beigetragen. Laut Analysen der Tagesschau und BBC sind die Märkte nervös, da Irans neues Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei bekräftigt hat, die Handelsroute zu eigenen Gunsten zu nutzen. Internationale Bemühungen, durch die Freigabe strategischer Ölreserven den Preis zu stabilisieren, blieben bislang ohne durchschlagenden Erfolg.

Wirtschaftliche Auswirkungen auf Tourismus und Konjunktur

Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts sind weitreichend: Der Welttourismusverband (WTTC) schätzt, dass der Nahe Osten täglich rund 600 Millionen Dollar an Tourismuseinnahnen verliert, da Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi, Doha und Bahrain geschlossen oder eingeschränkt nutzbar sind. Dies trifft Airlines wie Emirates, Etihad und Qatar Airways sowie Hotels und Restaurants hart. Zudem nähren die anhaltenden Ölsorgen Befürchtungen vor negativen Auswirkungen auf die Konjunktur in Europa. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft haben ihre Wachstumsprognosen für Deutschland angepasst und erwarten nun nur noch ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent in diesem Jahr.

Deutsche Autoindustrie unter Druck, aber BMW relativ stabil

Die deutsche Automobilbranche befindet sich in einer schwierigen Phase, wie die jüngsten Geschäftszahlen zeigen. BMW verzeichnete 2025 einen Nettogewinnrückgang von drei Prozent auf 7,5 Milliarden Euro, was jedoch besser ist als bei Konkurrenten wie Mercedes und Volkswagen, deren Ergebnisse sich fast halbierten. BMW profitiert von einem eigenen Werk in den USA, das die Auswirkungen von US-Zöllen mildert, und einer flexiblen Produktion, die Elektroautos, Hybride und Verbrenner auf einem Band ermöglicht. Experten wie Frank Schwope von der FHM Köln sehen die Branche in einer "permanenten Restrukturierung", die bis zum Ende des Jahrzehnts andauern könnte.

Elektromobilität gewinnt an Fahrt durch sinkende Preise

Gleichzeitig gewinnt die Elektromobilität an Dynamik: Laut einer Analyse von Transport & Environment (T&E) ist der durchschnittliche Preis für E-Autos in der EU 2025 um 1.800 Euro oder vier Prozent auf 42.700 Euro gesunken, vor allem dank erschwinglicher Kleinwagen wie dem Citroën ë-C3 und Renault 5. Viele Hersteller haben die EU-CO2-Ziele für 2025 bis 2027 bereits erreicht, und T&E warnt davor, dass eine Lockerung der Ziele für 2030 die Preise für E-Autos erhöhen und den Umstieg behindern könnte. Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland, betont, dass die CO2-Ziele sowohl dem Klima nutzen als auch Verbrauchern zugutekommen, indem sie günstigere E-Autos ermöglichen.

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