Österreichs größter Spionageprozess: Ex-Geheimdienstler wegen Russland-Spionage verurteilt
Wichtige Fakten
- • Egisto Ott zu 4 Jahren und 1 Monat Haft verurteilt.
- • Er spionierte zwischen 2015 und 2022 für Russland.
- • Ott gab geheime Daten an Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek weiter.
- • Er verkaufte einen SINA-Laptop an russische Geheimdienste.
- • Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; Berufung wurde eingelegt.
Urteil im Spionageprozess
Der ehemalige hochrangige österreichische Geheimdienstmitarbeiter Egisto Ott wurde im größten Spionageprozess des Landes seit Jahrzehnten zu vier Jahren und einem Monat Haft verurteilt. Ein Geschworenengericht in Wien sprach den 63-Jährigen einstimmig schuldig, zwischen 2015 und 2022 geheime Informationen an Russland weitergegeben zu haben. Ott war Beamter des inzwischen aufgelösten Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) und wurde wegen Spionage, Amtsmissbrauchs, Veruntreuung und Bestechlichkeit verurteilt.
Zusammenarbeit mit Ex-Wirecard-Chef Marsalek
Laut Urteil sammelte Ott geheime Daten aus Polizeidatenbanken und übermittelte sie an den flüchtigen Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek sowie an den russischen Geheimdienst FSB. Er soll im Auftrag Marsaleks einen hochsicheren SINA-Laptop für 20.000 Euro an Russland verkauft und Diensthandys hochrangiger Beamter nach Moskau weitergeleitet haben. Zudem erstellte er nach dem sogenannten Tiergartenmord in Berlin 2019 eine Fehleranalyse für den russischen Geheimdienst. Ott wies die Vorwürfe zurück und argumentierte, er habe im Auftrag eines westlichen Geheimdienstes gehandelt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Ott legte Berufung ein.
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