Gegenseitige Vorwürfe über Verstöße gegen Oster-Waffenruhe halten an
Wichtige Fakten
- • Die Ukraine meldete über 2.299 russische Verstöße gegen die Waffenruhe, darunter Drohnenangriffe.
- • Russland beschuldigte die Ukraine von 1.971 Verstößen, inklusive drei Gegenangriffsversuchen.
- • Im Gebiet Sumy verletzte ein russischer Drohnenangriff auf einen Krankenwagen drei Sanitäter.
- • Beide Seiten tauschten jeweils 175 Kriegsgefangene aus, darunter je sieben Zivilisten.
- • Der Kreml lehnte eine Verlängerung der Waffenruhe ab und forderte ukrainische Landabtretungen.
Gegenseitige Vorwürfe von Tausenden Verstößen
Die Ukraine und Russland haben sich gegenseitig massive Verletzungen der vereinbarten 32-stündigen Waffenruhe über das orthodoxe Osterfest vorgeworfen. Der ukrainische Generalstab meldete bis Sonntagmorgen mehr als 2.299 Verstöße von russischer Seite, davon allein 1.723 am Samstag, hauptsächlich durch Drohnen- und Artillerieangriffe, ohne Bomben oder Raketen. Russland erklärte seinerseits, ukrainische Truppen hätten die von Präsident Wladimir Putin verkündete Feuerpause 1.971 Mal gebrochen, darunter mit drei versuchten Gegenangriffen im Gebiet Dnipropetrovsk und weiteren Angriffen in Sumy und Donetsk. Die Waffenruhe sollte ursprünglich bis Mitternacht Moskauer Zeit gelten, brachte den meisten Ukrainern zwar eine etwas ruhigere Nacht mit wenigen Raketen- oder Langstreckendrohnenangriffen, entlang der Frontlinie hielt sie jedoch nicht.
Gewaltsame Vorfälle und humanitäre Verstöße
In der Region Charkiw wurden vier entwaffnete ukrainische Soldaten von russischen Truppen erschossen, was die lokale Staatsanwaltschaft als schwere Verletzung des humanitären Völkerrechts bezeichnete, und ukrainische Behörden veröffentlichten ein Drohnenbild der Leichen. Im Gebiet Sumy griff eine russische Drohne einen Krankenwagen an und verletzte drei medizinische Mitarbeiter, wie die Militärverwaltung von Sumy mitteilte. In Charkiw meldeten Behörden nach einem russischen Drohnenangriff auf ein Lebensmittelgeschäft zwei Verletzte. Russland behauptete, bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Kursk seien Zivilisten, darunter ein Kind, verletzt worden, und meldete weitere Verletzte in der Oblast Belgorod und im russisch besetzten Teil des Gebietes Cherson.
Politische Positionen und begrenzte Entspannung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief dazu auf, die Waffenruhe über die Osterfeiertage hinaus zu verlängern, um Friedensverhandlungen zu ermöglichen, und kündigte an, auf russische Angriffe spiegelbildlich zu reagieren, doch der Kreml lehnte dies ab. Kreml-Sprecher Dimitrij Peskow sagte, ein dauerhafter Frieden könne langfristig bereits "heute" gesichert werden, doch dafür müsse die Ukraine Land abtretungen vornehmen, wie von Russland oft gefordert. Beide Seiten tauschten am Samstag jeweils 175 Kriegsgefangene aus, darunter je sieben Zivilisten. Während in Kiew und anderen Landesteilen die Sirenen weitgehend stumm blieben und Gottesdienste stattfanden, wie in einer Kathedrale in Kiew, wo Gläubige wie der 81-jährige Wiktor Lebensmittel segnen ließen, blieb die Situation entlang der Front angespannt, mit Berichten über weitere Angriffe wie im Gebiet Saporischschja, wo russische Kleindrohnen ukrainische Soldaten bei der Evakuierung von Verletzten angriffen.
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