Eskalation der Gewalt zwischen Pakistan und Afghanistan: Offener Krieg erklärt
Wichtige Fakten
- • Pakistan startete Luftangriffe auf Kabul, Kandahar und Paktia als 'Operation Ghazab lil-Haq'.
- • Pakistan meldet 133 getötete afghanische Kämpfer, Afghanistan spricht von 55 toten pakistanischen Soldaten.
- • UN-Menschenrechtschef Volker Turk fordert dringenden politischen Dialog zur Beendigung der Kämpfe.
- • Saudi-Arabien, Russland und China rufen zur Deeskalation und Verhandlungslösung auf.
- • Die Gewalt folgt auf einen brüchigen Waffenstillstand, der 2025 von Katar und Türkei vermittelt wurde.
Eskalation der Gewalt
Pakistan hat nach tödlichen Grenzgefechten einen 'offenen Krieg' gegen Afghanistan erklärt und als Vergeltung für 'unprovozierte Angriffe' die 'Operation Ghazab lil-Haq' gestartet. Pakistanische Luftstreitkräfte griffen Ziele in der afghanischen Hauptstadt Kabul sowie in den Provinzen Kandahar und Paktia an. Verteidigungsminister Khawaja Mohammad Asif begründete dies auf X damit, dass die Geduld seines Landes am Ende sei.
Widersprüchliche Berichte
Beide Seiten liefern widersprüchliche Angaben zu den Angriffen und Opferzahlen. Afghanistan behauptet, 55 pakistanische Soldaten getötet und einige gefangen genommen zu haben, während Pakistan von 133 getöteten afghanischen Kämpfern spricht. Die Taliban-Regierung gab an, mit Drohnen pakistanische Militärziele angegriffen zu haben, was Pakistan jedoch bestreitet. Unabhängige Verifikationen sind schwierig.
Internationale Reaktionen
UN-Menschenrechtschef Volker Turk forderte einen 'dringenden politischen Dialog' und zeigte sich besorgt über zivile Opfer. Saudi-Arabien, Russland und China riefen zur Deeskalation und zu Verhandlungen auf. Russland, das die Taliban-Regierung anerkennt, bat beide Seiten, auf 'gefährliche Konfrontation' zu verzichten. China, enger Partner Pakistans, vermittelt nach eigenen Angaben und fordert einen Waffenstillstand.
Hintergrund und humanitäre Lage
Die Gewalt eskaliert trotz eines 2025 von Katar und Türkei vermittelten Waffenstillstands. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, Terrorismus zu unterstützen oder Angriffe zu provozieren. An der umstrittenen Durand-Linie wurden Zivilisten evakuiert, nachdem bei Kämpfen im Grenzgebiet Tote und Verletzte gemeldet wurden. Die Lage bleibt angespannt, mit anhaltenden Gefechten im Torkham-Gebiet.
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