Peru verurteilt: Gericht stellt staatliche Verantwortung für Zwangssterilisationen fest
Wichtige Fakten
- • Inter-Amerikanischer Gerichtshof verurteilt Peru für Menschenrechtsverletzungen.
- • Über 310.000 Frauen wurden in den 1990ern zwangssterilisiert.
- • Celia Ramos starb 1997 nach einer erzwungenen Sterilisation.
- • Programm richtete sich gezielt gegen indigene und arme Frauen.
- • Staat wurde für mangelnde Aufklärung und Entschädigung verantwortlich gemacht.
Gerichtsurteil zu staatlicher Verantwortung
Der Inter-Amerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (IACHR) hat Peru für die Zwangssterilisation von über 310.000 Frauen in den 1990er Jahren verurteilt. Das Gericht stellte fest, dass der Staat international verantwortlich ist für die Verletzung des Rechts auf Leben, Gesundheit und persönliche Integrität, insbesondere im Fall von Celia Ramos, die 1997 nach einer erzwungenen Sterilisation starb.
Hintergrund des Programms
Das staatliche Programm unter Präsident Alberto Fujimori zielte gezielt auf arme, ländliche und indigene Frauen ab und führte zwischen 1996 und 2000 zu hunderttausenden Sterilisationen ohne gültige Einwilligung. Das Gericht kritisierte die mangelnde Aufklärung und die unzureichenden medizinischen Einrichtungen, die zu Todesfällen wie dem von Ramos führten.
Folgen und Reaktionen
Das Urteil verpflichtet Peru zu Entschädigungen und Maßnahmen zur Prävention. Menschenrechtsorganisationen begrüßten die Entscheidung als historischen Sieg für reproduktive Rechte, während Angehörige der Opfer betonten, dass dies Gerechtigkeit für die Betroffenen bedeutet, obwohl es das erlittene Unrecht nicht ungeschehen machen kann.
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