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Radikalisierung von Jugendlichen: Die wachsende Bedrohung durch die 'Terrorgram'-Szene
Eine Studie des Landeskriminalamts Baden-Württemberg zeigt, dass Jugendliche sich zunehmend radikalisieren, wobei das Durchschnittsalter 16 Jahre beträgt.
Wichtige Fakten
- • Eine Studie des Landeskriminalamts Baden-Württemberg zeigt, dass Jugendliche sich zunehmend radikalisieren, wobei das Durchschnittsalter 16 Jahre beträgt.
- • Die Terrorgram-Szene, stark verbunden mit dem Messenger Telegram, ist überwiegend rechtsextrem, hat aber auch Untergruppen mit Bezug zu Satanismus und Dschihadismus.
- • Viele Jugendliche suchen selbst aktiv nach extremistischen Inhalten aufgrund persönlicher Schwierigkeiten und einer fehlenden Unterstützung im Umfeld.
- • In über zwei Drittel der untersuchten Fälle litten die Jugendlichen unter diagnostizierten psychischen Erkrankungen oder ähnlichen Anzeichen.
- • Eltern, Lehrer und Jugendamtsmitarbeiter haben Radikalisierungsprozesse zwar teilweise wahrgenommen, aber häufig falsch eingeschätzt.
Eine neue Studie des Landeskriminalamts Baden-Württemberg hebt hervor, dass sich Jugendliche immer früher radikalisieren und schwere Gewalttaten planen. Die Untersuchung analysierte 37 Fälle und stellte fest, dass die Täter im Durchschnitt 16 Jahre alt waren und oftmals aus schwierigen persönlichen Situationen heraus handelten. Die sogenannte Terrorgram-Szene, eine rechtsextreme Gruppierung, spielt dabei eine zentrale Rolle. Viele Jugendliche seien nicht rekrutiert worden, sondern suchten selbst nach extremistischer Propaganda, die während der Corona-Pandemie im Internet weit verbreitet sei. Besonders auf der Plattform Telegram finden sie Anerkennung und Glorifizierung, die ihnen im alltäglichen Leben oft fehlt. Obwohl die Bedrohung in mehreren Fällen erkannt wurde, wurden die Signale häufig falsch eingeschätzt. Die Studie zeigt jedoch auch positive Ansätze: Ein Großteil der Jugendlichen stieg aus der Szene aus, was Hoffnung gibt, dass die Polizei und präventive Maßnahmen Wirkung zeigen.
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