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Politik 03.08.2026, 09:47 Aktualisiert: 03.08.2026, 18:03

Frankreich kritisiert Reform-UK-Plan zur Rückführung von Migranten scharf

Reform UK will Migranten mit Royal Navy abfangen und nach Frankreich bringen, auch ohne Zustimmung.

Wichtige Fakten

  • Reform UK will Migranten mit Royal Navy abfangen und nach Frankreich bringen, auch ohne Zustimmung.
  • Frankreich nennt Plan Verstoß gegen Souveränität und Seerecht.
  • 14.526 Menschen überquerten 2026 den Ärmelkanal, 43% weniger als im Vorjahr.
  • Über 2.000 Migranten seit Burnhams Amtsantritt vor zwei Wochen angekommen.
  • UN-Menschenrechtsorganisation meldete 84 Tote bei Kanalüberquerungen im Jahr 2024.

Reform UK verteidigt Plan

Die britische Partei Reform UK hat ihren Plan 'Operation Fortress' verteidigt, Bootsmigranten im Ärmelkanal mit der Royal Navy abzufangen und nach Frankreich oder Belgien zurückzubringen. Der Plan sehe den Einsatz von militärisch bemannten Schlauchbooten vor, die von 10 Patrouillenschiffen der Marine aus starten. Migranten sollen von Grenzschutzbeamten und Polizisten festgenommen und von Navy-Personal nach Frankreich oder Belgien gebracht werden. Ein Landungsschiff soll Platz für bis zu 700 Personen bieten. Im Falle einer Weigerung Frankreichs erklärte Innenpolitik-Sprecher Zia Yusuf, die Royal Marines würden die Migranten an den Stränden absetzen, von denen sie gestartet seien. Er betonte, es handele sich um eine 'humanitäre Mission', die mit dem internationalen Recht vereinbar sei.

Scharfe Kritik aus Paris und London

Das französische Innenministerium erklärte, der Plan würde 'eine Verletzung der französischen Souveränität sowie des Seerechts und des Völkerrechts' darstellen. Experten wie der Seerechtler Andrew Serdy von der University of Southampton bezweifeln die Rechtmäßigkeit, da ohne französische Zustimmung keine Rückführung möglich sei. Auch die Labour-Regierung übt scharfe Kritik: Energieministerin Miatta Fahnbulleh bezeichnete den Plan als 'albern' und warf Reform vor, von den Finanzskandalen um Parteichef Nigel Farage ablenken zu wollen. Der konservative Schatten-Innenminister Chris Philp nannte den Plan 'nicht glaubwürdig' und sprach von einer 'Zigarettenschachtel-Politik'.

Zahlen weiter rückläufig

Trotz der Kontroverse zeigen offizielle Zahlen einen Rückgang der Kanalüberquerungen um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr: Zwischen Januar und August 2026 kamen 14.526 Menschen mit Booten in Großbritannien an. Dennoch sind seit dem Amtsantritt von Premierminister Andy Burnham vor zwei Wochen über 2.000 Migranten angekommen. Angesichts der hitzigen Debatte über Migrationspolitik und die Rolle des Militärs bleibt die Stimmung angespannt.

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