Rekordwaldbrände in Südeuropa: Ursachen, Folgen und Prognosen
Wichtige Fakten
- • In Spanien brannten bisher über 175.000 Hektar Wald.
- • Zwei Feuerwehrleute starben auf Kreta bei Löscharbeiten.
- • El Niño erreicht ungewöhnliche Stärke und begünstigt Brände.
- • Über 330.000 Menschen wurden in Südeuropa evakuiert.
- • In Frankreich verbrannten über 90.000 Hektar, ein Rekord.
Spanien und Frankreich im Ausnahmezustand
Südeuropa erlebt eine der schlimmsten Waldbrandsaisons seit Jahrzehnten. Allein in Spanien fielen im Juli 2026 über 175.000 Hektar Land den Flammen zum Opfer – sechsmal mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Brand bei Ávila gilt mit mehr als 50.000 Hektar verbrannte Fläche als größter in der spanischen Geschichte. In Frankreich wurde im Großraum Bordeaux eine Fläche von über 90.000 Hektar zerstört, womit der Rekordwert eines gesamten Jahres bereits übertroffen wurde. Landesweit waren 330.000 Menschen zur Evakuierung gezwungen, darunter allein 224.000 im Großraum Bordeaux, von denen Tausende in mittlerweile zurückkehren durften.
Griechenland und die Türkei: Erneut Todesfälle und enorme Schäden
Besonders dramatisch ist die Lage auf Kreta, wo heftige Winde die Löscharbeiten erschwerten. Zwei Feuerwehrleute kamen dort ums Leben, als sie die Orientierung verloren. Rund 8.000 Menschen mussten auf der Insel in Sicherheit gebracht werden. In der Türkei kämpften Einsatzkräfte in mehreren Regionen gegen neue Brände, insbesondere im Raum Antalya. In Griechenland wird eine noch länger andauernde Gefahr durch Glutnester und Trockenheit befürchtet. Während einzelne Brände eingedämmt werden konnten, bleibt die Bedrohung durch Schwellbrände bestehen.
El Niño als Katalysator
Die aussergewöhnlich heftige Brandsaison wird durch einen starken El Niño begünstigt. Dieses natürliche Klimaphänomen führt zu Trockenheit unter anderem im Amazonasgebiet, in Australien und Indonesien. Wenn es mit Klimaerwärmung zusammenfällt, steigt das Brandrisiko überproportional, selbst bei einem veränderten Niederschlag: Durch regenreichere Perioden kann die Vegetation zunächst üppig wachsen, um dann in heissen, trockenen Jahreszeiten als Brennstoff zu dienen. Für Wissenschaftler ist der Zusammenhang zwischen El Niño, Klimawandel und Megafeuern global belegt, auch wenn die genauen Effekte auf Brände im Mittelmeerraum differenziert werden.
Feuerwehren und lokale Akteuren im Überlebensmodus
In Spanien und Frankreich sind tausende Feuerwehrleute allerorts im Dauereinsatz, gleichzeitig kämpfen sie mit prekären Arbeitsbedingungen. In Spanien beklagen Brandbekämpfer, dass viele nur saisonal beschäftigt sind und zur Vorbeugung kaum Kräfte übrig bleiben. Was die Brandursachen betrifft, werden diese zu grossen Teilen auch durch menschliche Aktivität oder Nachlässigkeit ausgelöst – Brennholz, Mauern aus Zypressen-Holz, unzureichende Pflege der Vegetation. Dies kann bedeuten, dass die fällige und von den Experten genannt Vorsorgearbeit dauerhaft ausgebaut werden müsste.
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