Rekordzahl an Diskriminierungsfällen: Antidiskriminierungsstelle verzeichnet 13.067 Anfragen im Jahr 2025
Wichtige Fakten
- • Anfragen an Antidiskriminierungsstelle stiegen 2025 auf Rekordhoch von 13.067 Fällen.
- • 43% der Fälle betrafen rassistische Diskriminierung.
- • AGG-Reform laut Ataman zu schwach, schließt Lücken unzureichend.
- • Staatliche Stellen sind Ursache für fast ein Viertel der Beratungsanfragen.
Rekordzahlen bei Diskriminierungsfällen
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat für das Jahr 2025 einen neuen Höchststand an Beratungsanfragen verzeichnet. Insgesamt 13.067 Menschen wandten sich an die Behörde, ein Anstieg von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies geht aus dem aktuellen Jahresbericht hervor.
Häufigste Diskriminierungsformen
Mit 43 Prozent stand rassistische Diskriminierung an erster Stelle, gefolgt von Diskriminierung wegen einer Behinderung oder chronischen Krankheit (27 Prozent) und wegen des Geschlechts (22 Prozent). Die Betroffenen berichteten von Benachteiligungen am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche oder im Gesundheitswesen.
Kritik an AGG-Reform
Die Unabhängige Bundesbeauftragte Ferda Ataman betonte, dass rassistische Einstellungen sich verfestigten und zu deutlicher heftiger erlebter Diskriminierung führten. Sie warnte vor den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schäden durch Rassismus. Mit Skepsis sieht Ataman die geplante Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), die aus ihrer Sicht zu schwach sei und Menschen im Alltag wenig bringe. Viele Betroffene könnten sich nicht auf das AGG berufen, etwa bei Benachteiligungen durch staatliche Stellen, die fast ein Viertel aller Anfragen ausmachen.
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