Ruth Ellis: Nach 70 Jahren posthume Begnadigung für letzte hingerichtete Frau Großbritanniens
Wichtige Fakten
- • Ruth Ellis wurde 1955 wegen Mordes gehängt.
- • Der König gewährte eine posthume bedingte Begnadigung.
- • Ihre Familie argumentierte, Ellis sei Opfer häuslicher Gewalt gewesen.
- • Das Urteil wird nun durch lebenslange Haft ersetzt.
Historische Entscheidung: Begnadigung nach über 70 Jahren
Die vor über 70 Jahren hingerichtete Ruth Ellis hat posthum eine bedingte Begnadigung erhalten. Vizepremierminister David Lammy gab im Unterhaus bekannt, dass König Charles III. der Aufhebung der Todesstrafe zugestimmt hat. Ellis war 1955 wegen Mordes an ihrem Geliebten David Blakely gehängt worden. Ihre Familie hatte jahrzehntelang gekämpft und argumentiert, Ellis sei Opfer schwerer häuslicher und emotionaler Gewalt gewesen – Blakely habe sie geschlagen, was zu einer Fehlgeburt führte. Die Begnadigung ersetzt die Hinrichtung durch eine lebenslange Haftstrafe, so Lammy, um einer schweren Ungerechtigkeit Rechnung zu tragen.
Ein Fall von historischer Bedeutung und Opferschutz
Enkelin Laura Enston erklärte, der Schatten der Hinrichtung habe zwei Generationen belastet. Sie hoffe, dass der Fall daran erinnere, dass die Justiz den Missbrauch anerkennen müsse, der Frauen an den Rand treibe. Die Todesstrafe für Mord wurde in Großbritannien 1965 abgeschafft. Ellis' Prozess sorgte damals für öffentliche Empörung; das Urteil gilt heute als Justizirrtum. Ministerin Catherine Atkinson betonte, der Fall sende ein klares Signal gegen Gewalt an Frauen.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.