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Politik 07.05.2026, 11:39

Schulstreik gegen Wehrpflicht: Zehntausende Schüler protestieren in ganz Deutschland

Zehntausende Schüler streiken landesweit gegen die Aufrüstungspolitik.

Wichtige Fakten

  • Zehntausende Schüler streiken landesweit gegen die Aufrüstungspolitik.
  • Protest organisiert vom Schulstreik gegen Wehrpflicht-Bündnis.
  • Dritter Schulboykott in fünf Monaten am 8. Mai 2025.
  • Bundesregierung plant 779 Milliarden Euro für Verteidigung bis 2030.
  • Organisatoren vergleichen Militarisierung mit historischen Gefahren.

In ganz Deutschland haben am Freitag, dem 8. Mai 2025, zehntausende Schüler den Unterricht boykottiert und an landesweiten Protesten gegen die Aufrüstungspolitik der Bundesregierung teilgenommen. Der Protest, organisiert vom Bündnis 'Schulstreik gegen Wehrpflicht', richtet sich gegen das Wehrdienstreformgesetz, das unter anderem Pflichtfragebögen für 18-Jährige vorsieht und Reisebeschränkungen für Männer zwischen 17 und 45 Jahren einführt.

Der Zeitpunkt des Streiks fällt bewusst auf den Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Der Hauptsprecher Hannes Kramer, Student an der Universität Göttingen, warnte vor einer gefährlichen Militarisierung, die an die deutsche Geschichte erinnere. Er betonte, dass die Jugend nicht als 'Kanonenfutter' für künftige Kriege dienen dürfe und kritisierte die hohen Verteidigungsausgaben von geplanten 779 Milliarden Euro bei gleichzeitigen Einsparungen im Bildungsbereich.

Bundeskanzler Friedrich Merz verteidigt das Vorhaben als notwendig für Deutschlands Sicherheit und betont das erwartete Erreichen der Nato-Ziele von 3,5 Prozent des BIP. Die Proteste zeigen eine wachsende Kluft zwischen der Regierungspolitik und den Ängsten vieler Jugendlicher, die sich von der Politik nicht gehört fühlen – auch mit Blick auf Themen wie Klimakrise, Wohnungsnot und Lehrmangel.

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