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Gesellschaft 08.05.2026, 16:15 Aktualisiert: 08.05.2026, 18:01

Schulstreik gegen Wehrpflicht: Tausende Jugendliche protestieren bundesweit

Am 81. Jahrestag des Weltkriegsendes protestierten Jugendliche in Dutzenden Städten gegen die Wehrpflicht.

Wichtige Fakten

  • Am 81. Jahrestag des Weltkriegsendes protestierten Jugendliche in Dutzenden Städten gegen die Wehrpflicht.
  • Das Wehrdienstgesetz trat am 1. Januar 2026 in Kraft und sieht eine verpflichtende Musterung vor.
  • 86 Prozent der angeschriebenen Männer sendeten den Fragebogen fristgerecht zurück.
  • Ziel ist eine Truppenstärke von 260.000 aktiven Soldaten bis 2035.

Hintergrund der Proteste

Am 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung vom Nationalsozialismus haben in Dutzenden deutschen Städten Jugendliche unter dem Motto ‚Schulstreik gegen die Wehrpflicht‘ demonstriert. In Hamburg nannte die Polizei 2.300 Teilnehmer, die Veranstalter 6.000; in Berlin sprach die Polizei von 1.200 und die Veranstalter von 5.000. Die Kundgebungen richteten sich gegen eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht und die verpflichtende Musterung.

Gesetzliche Neuregelung

Seit dem 1. Januar 2026 sieht das neue Wehrdienstgesetz vor, dass alle 18-jährigen Männer einen Fragebogen zur Bereitschaft für einen mindestens sechsmonatigen freiwilligen Dienst erhalten. Männer sind zur Antwort verpflichtet, Frauen können freiwillig teilnehmen. Zugleich werden Musterungen zur Eignungsprüfung eingeführt. Das Verteidigungsministerium meldet für die ersten vier Monate über 200.000 verschickte Anschreiben und eine Rücklaufquote von 86 Prozent.

Ziele der Bundeswehr

Bis 2035 soll die Truppenstärke auf 260.000 aktive Soldaten und 200.000 Reservisten wachsen; derzeit sind etwa 186.000 Soldaten aktiv. Ab Mitte 2027 soll die Bundeswehr flächendeckend Musterungen durchführen können. Dafür werden 24 Musterungszentren aufgebaut, das erste nimmt noch dieses Jahr den Betrieb auf. Organisiert wurden die Proteste von Schülervertretungen und Jugendinitiativen; bereits Anfang März gab es eine ähnliche Aktion mit bis zu 50.000 Teilnehmenden.

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