Tödlicher Schusswechsel vor Kubas Küste: USA bestätigen Beteiligung von US-Bürgern
Wichtige Fakten
- • Kubanische Grenzschützer töteten vier Personen auf US-registriertem Schnellboot nach Feuergefecht.
- • Die kubanische Regierung identifizierte alle zehn Bootsinsassen als in den USA lebende Kubaner mit krimineller Vergangenheit.
- • An Bord wurden Waffen, Sprengsätze und Tarnuniformen gefunden; ein weiterer Mann an Land festgenommen.
- • US-Außenminister Rubio bestreitet US-Regierungsbeteiligung und kündigt unabhängige Untersuchung des 'ungewöhnlichen' Vorfalls an.
- • USA bestätigen: Mindestens ein Getöteter und ein Verletzter waren US-Bürger.
Schusswechsel vor kubanischer Küste mit Todesopfern
Kubanische Grenzschützer haben bei einem Schusswechsel mit Insassen eines in den USA registrierten Schnellboots vor der Küste Kubas vier Menschen getötet. Laut kubanischem Innenministerium eröffnete die Besatzung des Bootes am Mittwoch in kubanischen Hoheitsgewässern, etwa 1,6 Kilometer nordöstlich von Cayo Falcones, das Feuer auf eine Patrouille, woraufhin diese zurückfeuerte. Sechs weitere Personen wurden verletzt und festgenommen, ein kubanischer Soldat erlitt ebenfalls Verletzungen. Die kubanische Regierung identifizierte alle zehn Bootsinsassen als in den USA lebende Kubaner mit krimineller Vergangenheit, die die Insel infiltrieren und Terror verbreiten wollten.
Neue Details zu Beteiligten und Beweisen
Unter den Festgenommenen sind Amijail Sanchez Gonzalez und Leordan Enrique Cruz Gomez, die bereits wegen Terrorverdachts gesucht wurden. Weitere Identifizierte sind Conrado Galindo Sariol, Jose Manuel Rodriguez Castello, Cristian Ernesto Acosta Guevara und Roberto Azcorra Consuegra. Einer der Getöteten wurde als Michel Ortega Casanova identifiziert. Auf dem Boot wurden laut kubanischen Angaben Handfeuerwaffen, Sturmgewehre, improvisierte Sprengsätze, Tarnuniformen und taktische Ausrüstung sichergestellt. Zudem wurde ein weiterer Mann auf kubanischem Boden, Duniel Hernandez Santos, festgenommen, der als Verbindungsmann für die Gruppe gedient haben soll und gestanden habe, aus den USA 'entsandt' worden zu sein. Ein US-Beamter bestätigte nun, dass mindestens einer der Getöteten und einer der Verletzten US-Bürger waren, ein weiterer Beteiligter befand sich auf einem US-K-1-Visum.
Reaktionen und Untersuchungen
US-Außenminister Marco Rubio erklärte, es handele sich nicht um eine US-Operation, und kündigte eine unabhängige Untersuchung des 'ungewöhnlichen' Vorfalls an. Die US-Küstenwache sei in die Region entsandt worden. Rubio betonte, die USA würden sich nicht auf kubanische Angaben stützen, sondern eigene Ermittlungen durchführen. Der Generalstaatsanwalt von Florida, James Uthmeier, ordnete ebenfalls Ermittlungen an und kritisierte die kubanische Regierung scharf. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte, sein Land werde sich mit Entschlossenheit und Festigkeit gegen jede terroristische und Söldneraggression verteidigen.
Hintergrund und aktuelle Entwicklungen
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund verschärfter Spannungen zwischen den USA und Kuba, fast genau 30 Jahre nach dem Abschuss von zwei Flugzeugen der Gruppe 'Brothers to the Rescue' im Jahr 1996. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte zuvor die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbunden, was zu einer schweren Energiekrise auf der Insel führte. Trotz dieser Maßnahmen kündigte das US-Finanzministerium am selben Tag Lockerungen für private Öltransaktionen an, um die kubanische Bevölkerung zu unterstützen. Diese humanitären Ausnahmen gelten jedoch nicht für Regierungsinstitutionen Kubas. Mexiko und Kanada haben humanitäre Hilfe angekündigt, während regionale Führer wie der jamaikanische Premierminister Andrew Holness einen konstruktiven Dialog zwischen den USA und Kuba fordern.
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