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Inland 06.05.2026, 03:26 Aktualisiert: 06.05.2026, 23:02

Schwarz-Rot: Nervosität zum Jahrestag – Merz verteidigt Koalition

Merz erneut im zweiten Wahlgang zum Kanzler gewählt.

Wichtige Fakten

  • Merz erneut im zweiten Wahlgang zum Kanzler gewählt.
  • 500-Milliarden-Sondervermögen beschlossen, 24 Milliarden investiert.
  • Rentenniveau bis 2031 stabilisiert, Mütterrente erweitert.
  • 32.572 Zurückweisungen an Grenzen seit Mai 2025.
  • Umfragen: Union bei 24%, SPD bei 14% – Unmut wächst.

Ein Jahr Schwarz-Rot: Zwischenbilanz mit Spannungen

Die schwarz-rote Koalition unter Kanzler Friedrich Merz blickt auf ein erstes Jahr voller Konflikte zurück. Der Start war holprig: Merz wurde als erster Kanzler im zweiten Wahlgang gewählt. Trotz Bekenntnissen zum Fortbestand wachsen die Spannungen. CDU-Politiker fordern mehr Tempo, SPD zieht rote Linien. Umfragewerte sind schlecht: Union bei 24%, SPD bei 14%. Das Kabinett betont dennoch die Erfolge: 175 Gesetze beschlossen, 500-Milliarden-Sondervermögen aufgelegt, Rentenniveau gesichert. Doch große Reformen bei Rente, Gesundheit, Steuern und Pflege stehen noch aus.

Großprojekte und Rückschläge

Das Sondervermögen brachte bereits 24 Milliarden Euro in Investitionen. Die Rentenstabilisierung bis 2031 und erweiterte Mütterrente wurden verabschiedet. Das Bürgergeld wurde durch die Grundsicherung ersetzt. An den Grenzen ordnete Innenminister Dobrindt 32.572 Zurückweisungen an. Die Wahl von Verfassungsrichtern scheiterte am Widerstand der Union. Ein neues Wehrdienstmodell wurde eingeführt – mit Streit. Der Iran-Krieg und steigende Energiepreise belasten die Wirtschaft: Trotz eines Tankrabatts und Preisbremsen bleibt die Konjunktur schwach. Der versprochene Wachstumsbooster ließ auf sich warten.

Führungsstil und Kommunikation im Fokus

Merz hat sich vom scharfzüngigen Oppositionsführer zum Kanzler gewandelt, der die Koalition zusammenhalten muss. Seine Wortwahl sorgt immer wieder für Unruhe: Aussagen zur Rente („Basisabsicherung“) oder zum „Stadtbild“ führten zu Kritik. Politologen bescheinigen ihm ein massives Kommunikationsproblem. Merz räumte selbst ein, zu hohe Erwartungen geweckt zu haben: „Wir bleiben hinter dem Anspruch zurück.“ Er appelliert an Zusammenhalt und sieht in der Koalition alternativlos. Aber der Frust in den eigenen Reihen wächst; Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Europas Stimmung drohen weiter unter Druck zu setzen.

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