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Inland 13.02.2026, 04:55 Aktualisiert: 13.02.2026, 18:05

Sicherheitsgipfel der Bahn: Neue Maßnahmen nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter

Der tödliche Angriff auf Zugbegleiter Serkan Çalar (36) in Rheinland-Pfalz löste den Sicherheitsgipfel aus.

Wichtige Fakten

  • Der tödliche Angriff auf Zugbegleiter Serkan Çalar (36) in Rheinland-Pfalz löste den Sicherheitsgipfel aus.
  • Die Deutsche Bahn kündigt sieben Maßnahmen an, darweit Bodycams für alle mit Kundenkontakt und 200 neue Sicherheitskräfte.
  • Rheinland-Pfalz investiert Millionen in Bodycams und flexible Schichten, doch Doppelbesetzungen bleiben finanziell umstritten.
  • Die EVG fordert flächendeckende Bodycams mit Ton und konstante Doppelbesetzung, kritisiert jahrelange Untätigkeit der Bahn.
  • Im Jahr 2023 gab es über 3.200 körperliche Übergriffe auf Bahnmitarbeiter, das Sicherheitsgefühl hat sich verschlechtert.

Auslöser und Hintergrund des Sicherheitsgipfels

Nach dem tödlichen Angriff auf den 36-jährigen Zugbegleiter Serkan Çalar in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz Anfang Februar 2026 hat die Deutsche Bahn einen Sicherheitsgipfel in Berlin einberufen. Der alleinerziehende Vater wurde während einer Fahrkartenkontrolle von einem mutmaßlichen Schwarzfahrer so schwer verletzt, dass er später starb. Dieser Vorfall löste bundesweit Entsetzen aus und unterstrich die dringende Notwendigkeit, Bahnmitarbeiter besser vor Gewalt zu schützen. Im Jahr 2023 gab es laut Bahnangaben über 3.200 körperliche Übergriffe auf Beschäftigte, wobei das Sicherheitsgefühl in der Belegschaft trotz eines leichten Rückgangs deutlich gesunken ist.

Angekündigte Maßnahmen und Forderungen

Bahnchefin Evelyn Palla hat auf dem Gipfel sieben konkrete Maßnahmen angekündigt. Dazu gehört, dass bis Ende 2026 alle Beschäftigten mit Kundenkontakt auf freiwilliger Basis Bodycams erhalten sollen, zunächst ohne Tonaufnahme, diese Möglichkeit wird aber in Aussicht gestellt. Zudem werden 200 zusätzliche Sicherheitskräfte eingestellt, besser ausgerüstet, und Deeskalationskurse ausgeweitet. Ab 1. März fällt im Regionalverkehr die verpflichtende Ausweiskontrolle weg, um Eskalationen zu vermeiden. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert flächendeckende Bodycams mit Ton und konstante Doppelbesetzung in Zügen, kritisiert jedoch jahrelange Untätigkeit der Bahn.

Finanzierungsstreit und praktische Herausforderungen

Die Finanzierung bleibt ein Knackpunkt: Während Rheinland-Pfalz Millionen für Bodycams und flexible Schichten bereitstellt, lehnt Christian Bernreiter, Vorsitzender der Landesverkehrsministerkonferenz, konstante Doppelbesetzungen als finanziell nicht machbar ab. Die Verkehrsminister wollen sich Ende März damit befassen. Bahn-Sprecher verweisen auf die Länder als Verantwortliche für den Regionalverkehr, während Linken-Politiker Luigi Pantisano den Bund auffordert, Mittel bereitzustellen, da er die Bahn für kaputtgespart hält. Diese Diskussionen spiegeln sich in der Skepsis von Zugbegleitern wie Marlen Wolf wider, die Kurse als wenig hilfreich empfindet und sich mehr praktischen Schutz wünscht.

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