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Gesellschaft 28.06.2026, 10:00 Aktualisiert: 28.06.2026, 12:04

Soziale Medien: Weltweite Verbote für Jugendliche rücken näher

Australien: Bußgelder auf bis zu 99 Mio. US-Dollar verdoppelt.

Wichtige Fakten

  • Australien: Bußgelder auf bis zu 99 Mio. US-Dollar verdoppelt.
  • Großbritannien plant Mindestalter 16 ab Frühjahr 2027.
  • Meta klagt gegen US-Urteil zu bewusst süchtig machenden Produkten.
  • Studie: 80% der unter 16-Jährigen in Australien umgehen Verbote.

Internationale Bewegung für Social-Media-Altersgrenzen

Nach Australien ziehen immer mehr Länder nach, um Jugendliche vor den Gefahren sozialer Netzwerke zu schützen. Großbritannien kündigte an, bis 2027 ein Mindestalter von 16 Jahren für große Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube einzuführen. Auch in Indonesien, Malaysia, Frankreich und Norwegen gibt es Bestrebungen für Altersbeschränkungen. In Brasilien dürfen unter 16-Jährige Social Media nur mit elterlicher Einwilligung nutzen. Kanada verlangt von den Plattformen angemessene Schutzmaßnahmen für Minderjährige.

Widerstand der Tech-Konzerne

Die Tech-Industrie wehrt sich mit hohen Ausgaben für Lobbyarbeit. Allein in der EU gaben große Konzerne 2025 rund 150 Millionen Euro für Interessenvertretung aus, ein Drittel mehr als zwei Jahre zuvor. Meta ist mit 10 Millionen Euro der größte Einzelausgeber. In den USA kämpfen Unternehmen gegen den „Kids Online Safety Act“, der strengere Vorgaben zum Schutz Minderjähriger vorsieht. Meta selbst betont laut eigener Aussage, an sicheren Umgebungen zu arbeiten und die Urteile gegen das Unternehmen anzufechten.

Skeptische Stimmen zur Wirksamkeit

Trotz des politischen Drucks zeigen Erfahrungen aus Australien, dass Verbote bisher nur begrenzt wirken: 80 % der unter 16-Jährigen nutzen weiterhin soziale Netzwerke, über fünf Millionen Konten wurden aber entfernt. Expertinnen fordern deshalb schärfere Durchsetzungsmechanismen und eine digitale Sorgfaltspflicht der Plattformen. Sarah Hanson-Young von den Grünen verlangt, nicht nur die Symptome, sondern Algorithmen als Ursache zu regulieren – unterstützt von Studien, die eine direkte Verbindung zwischen exzessiver Nutzung und psychischen Problemen bei 12- bis 13-Jährigen nachweisen.

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