Spanien startet Regularisierungsprogramm für Hunderttausende Migranten
Wichtige Fakten
- • Spaniens Regierung plant die Regularisierung von mindestens 500.000 Migranten ohne Aufenthaltsstatus.
- • Das Programm bietet einen einjährigen, verlängerbaren Aufenthaltstitel und läuft von April bis Juni 2025.
- • Bewerber müssen mindestens fünf Monate im Land sein und dürfen keine Vorstrafen haben.
- • Die Maßnahme soll Fachkräftemangel lindern und die Wirtschaft stärken.
- • Konservative und rechte Parteien kritisieren das Programm als Einladung zu weiterer Migration.
Regularisierung ab April 2025
Die spanische Regierung hat ein Programm zur Regularisierung von mindestens 500.000 Migranten ohne Aufenthaltsstatus angekündigt. Ab Anfang April bis Ende Juni 2025 können Anträge auf einen einjährigen, verlängerbaren Aufenthaltstitel gestellt werden. Voraussetzungen sind ein mindestens fünftmonatiger Aufenthalt in Spanien und ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis. Schätzungen zur Zahl der Berechtigten reichen von 500.000 bis 1,1 Millionen.
Wirtschaftliche und humanitäre Gründe
Die sozialistisch geführte Regierung begründet die Maßnahme mit humanitären Erwägungen und wirtschaftlicher Pragmatik. Laut Arbeitsministerin Elma Saiz haben ausländische Arbeitskräfte seit 2022 die Hälfte des spanischen Wirtschaftswachstums getragen. Ein Bericht der Zentralbank prognostiziert, dass Spanien in den nächsten 30 Jahren etwa 25 Millionen Migranten benötigt, um Wirtschaft und Sozialsysteme stabil zu halten. Migranten sind bereits stark in Pflege, Gastgewerbe und Landwirtschaft vertreten.
Politische Kontroverse und europäische Bedenken
Das Programm stößt auf scharfe Kritik der konservativen Volkspartei (PP) und der rechtspopulistischen Vox, die einen Sogeffekt und Überlastung von Gesundheitssystem, Wohnungsmarkt und Sicherheit befürchten. Die EU-Kommission mahnt zur Vorsicht, um zu verhindern, dass regulierte Migranten in andere EU-Länder weiterziehen. Spanien setzt sich damit von europäischen Nachbarn wie Frankreich, Deutschland und Italien ab, die ihre Einwanderungsregeln verschärfen.
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