Teilen:
Steigende Bauzinsen: Anschlussfinanzierung wird teurer
Zehnjährige Zinsbindungen aus der Niedrigzinsphase laufen aus.
Wichtige Fakten
- • Zehnjährige Zinsbindungen aus der Niedrigzinsphase laufen aus.
- • Restschuld von 345.600 Euro wird zu 3,8% Zinsen finanziert.
- • Monatliche Rate steigt von 1.246 auf 1.665 Euro.
- • Frühzeitiges Handeln und Bankenwechsel können Kosten senken.
- • Energetische Sanierung wird zur größeren Herausforderung als Zinsen.
Steigende Bauzinsen belasten Hausbesitzer
Die Bauzinsen sind zuletzt deutlich gestiegen. Viele Immobilienkredite, die vor zehn Jahren zu historisch niedrigen Zinsen abgeschlossen wurden, laufen aus. Nun steht die Anschlussfinanzierung an – zu deutlich höheren Konditionen. Ein Beispiel: Ein Darlehen von 440.000 Euro zu 1,4 Prozent Zinsen und zwei Prozent Tilgung kostete monatlich 1.246 Euro. Nach zehn Jahren bleibt eine Restschuld von 345.600 Euro. Für die Anschlussfinanzierung mit 3,8 Prozent Zinsen steigt die Rate auf 1.665 Euro – über 400 Euro mehr pro Monat.Entspannung durch Tilgung und Sondertilgungen
Allerdings berücksichtigt das Beispiel keine Sondertilgungen. Diese können die Restschuld deutlich senken. Finanzberater Oliver Mildenberger von Dr. Klein betont: „Der Kreditbetrag ist heute wesentlich niedriger als bei der Aufnahme des Darlehens. Dadurch kann ein Teil der höheren Zinskosten ausgeglichen werden.“ Wer dennoch an seine Grenzen stößt, kann vorübergehend die Tilgungsrate reduzieren.Marktveränderung und Herausforderungen
Die höheren Finanzierungskosten haben den Markt verändert: Es gibt mehr Angebot als Nachfrage. Immobilienmakler Martin Jalink sieht jedoch keinen direkten Zusammenhang mit Anschlussfinanzierungen – kaum jemand müsse wegen Unbezahlbarkeit verkaufen. Die eigentliche Herausforderung liegt in der energetischen Sanierung: Käufer müssen oft umfangreiche Modernisierungen einplanen, was den Erwerb zusätzlich verteuert.Empfehlungen für die Anschlussfinanzierung
Finanzberater empfehlen, sich frühzeitig mit der Anschlussfinanzierung zu beschäftigen. Forward-Darlehen ermöglichen es, Zinsen schon Jahre vor Ablauf der Zinsbindung zu sichern. Auch ein Bankenwechsel kann sich lohnen, wenn die Immobilie im Wert gestiegen ist. Wer ohnehin eine Sanierung plant, sollte diese in die Anschlussfinanzierung integrieren – das kann langfristig günstiger sein.Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.