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International 19.01.2026, 01:19 Aktualisiert: 19.01.2026, 16:12

Streit um Chinas „Mega-Botschaft“ in London: Entscheidung in dieser Woche erwartet – Sicherheitsbedenken und Proteste halten an

China plant im Royal Mint Court in zentraler Lage nahe Tower Bridge, Tower of London und der City of London einen großen Botschaftskomplex.

Wichtige Fakten

  • China plant im Royal Mint Court in zentraler Lage nahe Tower Bridge, Tower of London und der City of London einen großen Botschaftskomplex.
  • Das Gelände umfasst rund 20.000 Quadratmeter; im Untergeschoss sollen rund 200 Räume liegen, teils ist von 208 Räumen die Rede.
  • Am Wochenende demonstrierten erneut Hunderte Menschen gegen das Projekt, darunter auch aus Hongkong geflüchtete Aktivisten.
  • Die konservative Abgeordnete Alicia Kearns warnt im Parlament vor Sicherheits- und Wirtschaftsrisiken wegen der Nähe zu wichtigen Telekommunikations- bzw. Datenleitungen in Richtung City of London und verweist auf Baupläne, die Zugänge in Richtung dieser Leitungen nahelegen könnten.
  • Die Demokratie-Aktivistin Chloe Cheung, die aus Hongkong nach Großbritannien geflohen ist, sagt, China habe eine Belohnung von etwa 116.000 Euro auf sie ausgesetzt; sie befürchtet Einschüchterung und Repressionen durch eine größere chinesische Präsenz in London.
  • Eine Entscheidung über die Planungsgenehmigung wird laut Berichten am Montag oder Dienstag erwartet; spätestens am oder bis zum 20. Januar soll entschieden werden.
  • Der Konflikt um den Standort läuft nach Darstellung des Guardian seit 2018; China kaufte das Areal damals für 255 Millionen Pfund und will dort den größten Botschaftskomplex in Europa errichten.
  • Neu eingeordnet: Chinas Staatschef Xi Jinping soll das Botschaftsvorhaben in einem Telefonat im August 2024 direkt bei Premier Keir Starmer angesprochen haben.
  • Neu: Nach Guardian-Angaben wäre Starmer bei einer China-Reise (voraussichtlich Ende Januar) der erste britische Premierminister, der seit 2018 nach Peking reist.
  • Neu: Die britische Regierung setzt demnach auch aus wirtschaftspolitischen Gründen auf stabilere Beziehungen zu China; die Tagesschau verweist zudem auf drohende US-Zölle als zusätzlichen Druckfaktor für London.
  • Anwohner sammeln weiter per Crowdfunding Geld für mögliche juristische Schritte gegen eine Genehmigung.
China will im Royal Mint Court – nur wenige Schritte von Tower Bridge, Tower of London und dem Finanzdistrikt entfernt – einen besonders großen Botschaftskomplex errichten. Das rund 20.000 Quadratmeter große Gelände einer ehemaligen Münzprägeanstalt gilt als prestigeträchtig, steht aber wegen seiner Dimensionen und der sensiblen Lage seit Jahren in der Kritik. Gegner verweisen auf die Nähe zu wichtigen Telekommunikations- und Datenleitungen zur City of London. Die konservative Abgeordnete Alicia Kearns warnt vor Risiken für nationale Sicherheit und Finanzwirtschaft und spricht von bis zu 208 Räumen im Untergeschoss sowie möglichen baulichen Zugängen in Richtung der Kabeltrassen. Am Wochenende protestierten erneut Hunderte Menschen gegen das Vorhaben, darunter auch aus Hongkong geflüchtete Aktivisten. Die Demokratie-Aktivistin Chloe Cheung, auf die China nach eigenen Angaben eine hohe Belohnung ausgesetzt habe, befürchtet Einschüchterung und Repressionen durch eine stärker ausgebaute chinesische Präsenz in London. Politisch brisant bleibt der Zeitplan: Eine Entscheidung über die Planungsgenehmigung wird laut Berichten am Montag oder Dienstag erwartet, spätestens bis zum 20. Januar. Nach Informationen des Guardian läuft die Auseinandersetzung seit 2018, als China das Areal für 255 Millionen Pfund erwarb. Neu hinzu kommt die Einordnung, dass Chinas Staatschef Xi Jinping das Thema bereits im August 2024 in einem Telefonat direkt bei Premier Keir Starmer angesprochen haben soll. In London wird weiterhin damit gerechnet, dass die Regierung grünes Licht gibt – auch weil sie auf stabilere Beziehungen und wirtschaftliche Impulse durch Handel mit China setzt. Die Tagesschau verweist zudem darauf, dass zusätzlich drohende US-Zölle den Druck erhöhen könnten. Anwohner bereiten derweil eine mögliche juristische Anfechtung vor und sammeln dafür Geld per Crowdfunding.

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