Sturmchaos in Indiana: Tausende noch immer ohne Strom
Wichtige Fakten
- • Am 11. August suchten schwere Stürme den US-Mittleren Westen heim.
- • Gary, Indiana, verzeichnete Windböen bis 159 km/h.
- • Über 345.000 Kunden hatten wieder Strom, fast 30.000 noch nicht.
- • Bewohner klagen: Lebensmittel, Medikamente und Kühlung fehlen.
- • Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit solcher Ausfälle.
- • Bewohner verklagen Nipsco wegen mangelnder Baumkontrolle.
Lage nach dem Sturm
Knapp zwei Wochen nach einem schweren Sturm in Indiana sind immer noch Tausende Menschen ohne Strom, darunter auch Terry Dubois, eine 77-jährige Bewohnerin aus Gary. Sie beschreibt den Sturm als 'eine Wand aus Wind' und hat solche Zerstörung nie erlebt. Die Kleinstadt an der Südküste des Michigansees wurde beim Unwetter am 11. August besonders hart getroffen: Windböen von bis zu 159 Stundenkilometern legten Straßen und Stromleitungen lahm. Noch am Sonntag waren nach Angaben des Stromversorgers Nipsco fast 30.000 Kunden ohne Elektrizität.
Konsequenzen für die Bewohner
In der ehemaligen Industriestadt, in der rund ein Drittel der etwa 70.000 Einwohner in Armut lebt, leiden die Menschen unter den Folgen. Stromausfälle sind zwar nicht ungewöhnlich, aber eine Dauer von über einer Woche ist selten. Die Bewohner berichten: Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen und Apotheken hatten tagelang geschlossen, gekühlte Medikamente konnten nicht aufbewahrt werden, und behinderte Personen mussten stufenlos mobilisiert werden. Die enorme Hitze erschwert die Situation zusätzlich. Die Hilfsorganisation World Central Kitchen verteilt seit der zweiten Woche Essen, aber viele stehen 'komplett ohne Strom' da – so Rodney Allen, der sich um seinen betagten Vater kümmert.
Solidarität und Kritik
Trotz der Not zeigen sich viele Bewohner resilient: Demond Pompy grillt für die Nachbarschaft und sagt: 'Wir passen uns an jede Lage an.' Aber die politische Kritik wächst: Der Gouverneur von Indiana, Mike Braun, nennt die Verzögerung 'inakzeptabel' und verlangt weitere Hilfe von der Bundesbehörde Fema. Er drängt Nipsco, zusätzliche Einsatzkräfte zu schicken und 'alle verfügbaren Ressourcen' zu mobilisieren. Rechtlich gibt es bereits eine erste Klage: Ein Bewohner wirft dem Unternehmen vor, Bäume an den Leitungen nicht eingekürzt zu haben – auch angesichts des Klimawandels ist anzunehmen, dass solche Extremwetter folgenreicher werden und die Stromanbieter stärker in die Pflicht genommen werden könnten.
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