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International 05.03.2026, 00:05 Aktualisiert: 05.03.2026, 23:03

Erneuter Erdrutsch in kongolesischer Coltan-Mine fordert über 200 Tote - Rebellen bestreiten Zahlen

Ein Erdrutsch in einer Coltan-Mine im Ostkongo forderte im März 2026 über 200 Tote.

Wichtige Fakten

  • Ein Erdrutsch in einer Coltan-Mine im Ostkongo forderte im März 2026 über 200 Tote.
  • Die Rebellenmiliz M23 kontrolliert die Mine und bestreitet die hohe Opferzahl.
  • Die Demokratische Republik Kongo liefert etwa 40% des weltweiten Coltans.
  • Die M23-Miliz erhebt Steuern auf Coltan und nimmt monatlich rund 800.000 USD ein.
  • Internationale Mächte wie USA und Ruanda sind in den Konflikt um die Rohstoffe verstrickt.

Erneute Katastrophe in der Coltan-Mine Rubaya

Im März 2026 kam es zu einem verheerenden Erdrutsch in der Coltan-Mine Rubaya im Osten der Demokratischen Republik Kongo, bei dem nach Angaben der Behörden über 200 Menschen ums Leben kamen. Dies ist bereits der zweite große Vorfall innerhalb weniger Monate in derselben Mine, die als äußerst unsicher gilt. Ein Bergarbeiter vor Ort berichtete, er habe bei der Bergung von mehr als 200 Leichen geholfen, während die Eigentümer der Mine versuchten, die hohe Opferzahl zu vertuschen.

Widersprüchliche Angaben und Kontrolle durch Rebellen

Die Rebellenmiliz M23, die die Mine kontrolliert, bestreitet die offiziellen Zahlen und spricht von lediglich fünf Toten. Laut einer Sprecherin der M23 handelte es sich nicht um einen Erdrutsch, sondern um eine Bombendetonation, was jedoch unabhängig nicht überprüft werden kann. Die M23-Miliz hatte vor gut einem Jahr die Kontrolle über die Region und die Minen übernommen und wird dabei vom Nachbarland Ruanda unterstützt.

Internationale Verstrickungen um wertvolle Rohstoffe

Die Demokratische Republik Kongo ist ein wichtiger Lieferant von Coltan, das für Mobiltelefone, Computer und Flugzeugtriebwerke benötigt wird, und produzierte 2023 etwa 40% des weltweiten Coltans. Seit der Übernahme durch die M23 erheben die Rebellen Steuern auf den Coltan-Handel und nehmen damit schätzungsweise 800.000 US-Dollar pro Monat ein. Die kongolesische Regierung versucht mit Unterstützung der USA, die Kontrolle über das Gebiet zurückzuerlangen, während Ruanda und die M23-Miliz ihre Machtposition verteidigen, was einen baldigen Frieden unwahrscheinlich macht.

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