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International 03.03.2026, 15:49 Aktualisiert: 03.03.2026, 18:09

Südsudan: Eskalierende Gewalt droht Rückfall in Bürgerkrieg

Mindestens 169 Menschen starben bei einem Angriff im Norden Südsudans nahe der Grenze zum Sudan.

Wichtige Fakten

  • Mindestens 169 Menschen starben bei einem Angriff im Norden Südsudans nahe der Grenze zum Sudan.
  • Die UN-Mission versorgt über 1.000 vertriebene Zivilisten und spricht von einer dramatischen Zunahme der Gewalt.
  • Die humanitäre Lage verschlechtert sich: Ärzte ohne Grenzen musste Aktivitäten einstellen und meldet vermisste Mitarbeiter.
  • Die Gewalt eskaliert im Kontext politischer Spannungen zwischen Präsident Kiir und suspendiertem Vizepräsident Machar.
  • Seit Dezember wurden schätzungsweise 280.000 Menschen durch Kämpfe vertrieben.

Eskalation der Gewalt

Im Südsudan eskaliert die Gewalt zwischen regierungstreuen Truppen und oppositionellen Kräften, wobei ein Angriff im Norden des Landes nahe der Grenze zum Sudan mindestens 169 Todesopfer forderte, darunter Frauen, Kinder und Regierungssicherheitskräfte. Die UN-Mission in Südsudan berichtet von über 1.000 vertriebenen Zivilisten, die in ihrer Basis Schutz suchen, und versorgt Verletzte, während die humanitäre Organisation Ärzte ohne Grenzen aufgrund der Unsicherheit medizinische Aktivitäten einstellen musste und 26 Mitarbeiter vermisst.

Politische Hintergründe

Die Gewaltausbrüche sind eng mit den politischen Spannungen zwischen Präsident Salva Kiir und dem suspendierten Vizepräsidenten Riek Machar verknüpft, deren Friedensabkommen von 2018 kaum umgesetzt wurde. Machar steht unter Hausarrest und wird wegen Mordes und Hochverrats angeklagt, was seine Anhänger als politisch motiviert betrachten. Analysten warnen, dass diese Entwicklungen den ohnehin brüchigen Friedensprozess weiter destabilisieren und oppositionelle Gruppen vereinen könnten.

Humanitäre Krise und internationale Reaktionen

Die Kämpfe haben seit Dezember schätzungsweise 280.000 Menschen vertrieben und humanitäre Einrichtungen wie Krankenhäuser angegriffen oder geplündert. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, warnt vor einem gefährlichen Wendepunkt und fordert dringende Maßnahmen, um eine Rückkehr zum Bürgerkrieg zu verhindern, da die Gewalt zunimmt und die politische Zukunft des Landes ungewiss bleibt.

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