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International 18.01.2026, 05:44 Aktualisiert: 18.01.2026, 20:03

Syrische Übergangsregierung meldet Waffenruhe mit SDF – Rückzug hinter den Euphrat und Übergabe von Öl- und Gasfeldern vereinbart

Die syrische Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa teilte am 18.01.2026 mit, nach tagelangen Kämpfen eine Waffenruhe mit den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) vereinbart zu haben.

Wichtige Fakten

  • Die syrische Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa teilte am 18.01.2026 mit, nach tagelangen Kämpfen eine Waffenruhe mit den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) vereinbart zu haben.
  • Nach Angaben des syrischen Präsidialamts soll sich die SDF im Rahmen der Vereinbarung auf Gebiete östlich des Euphrat zurückziehen.
  • Die Regierung in Damaskus beansprucht laut Präsidialamt die vollständige militärische und administrative Kontrolle über die bislang kurdisch verwalteten Provinzen Rakka und Deir al-Sor (Deir Ezzor).
  • Laut syrischem Präsidialamt sollen zudem Grenzübergänge sowie Gas- und Ölfelder in der Region an die syrische Regierung übergeben werden.
  • Die Eingliederung von SDF-Einheiten in das syrische Verteidigungs- und Innenministerium ist laut Darstellung der Übergangsregierung Teil des Abkommens; nach BBC-Angaben ist dies Bestandteil einer umfassenderen, 14 Punkte umfassenden Vereinbarung und soll nach einer Überprüfung (Vetting) erfolgen.
  • Die SDF äußerte sich laut tagesschau bis zum 18.01.2026 zunächst nicht offiziell; SDF-Anführer Mazloum Abdi war bei der Unterzeichnung nach Angaben aus Damaskus wegen schlechten Wetters nicht vor Ort, ein Treffen mit al-Scharaa wurde für Montag angekündigt.
  • US-Sondergesandter Tom Barrack begrüßte die Waffenruhe öffentlich und sprach von einem „entscheidenden Wendepunkt“; laut BBC ging der Ankündigung ein Treffen Barracks mit al-Scharaa in Damaskus voraus.
  • Zuvor war die syrische Armee in den vergangenen Tagen in vormals kurdisch kontrollierte Gebiete vorgerückt; Staatsmedien und Aktivisten berichteten unter anderem von der Kontrolle über Tabqa und den Euphrat-Staudamm (größter Staudamm Syriens).
  • Als politisches Signal hatte al-Scharaa bereits Dekrete zur Anerkennung kurdischer kultureller und sprachlicher Rechte erlassen (Kurdisch als Nationalsprache/amtlicher Status sowie Newroz als Feiertag), was laut BBC als erste formelle Anerkennung seit 1946 gewertet wird.
Nach dem raschen Vormarsch syrischer Regierungstruppen in bislang von den Kurden kontrollierten Gebieten hat die syrische Übergangsregierung nach eigener Darstellung eine neue Waffenruhe mit den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) vereinbart. Wie das Präsidialamt von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa mitteilte, soll die SDF sich auf Gebiete östlich des Euphrat zurückziehen. Damaskus beansprucht demnach die vollständige militärische und administrative Kontrolle über die bisher kurdisch verwalteten Provinzen Rakka und Deir al-Sor sowie die Übernahme von Grenzübergängen und der Öl- und Gasinfrastruktur in der Region. Zudem ist laut den Angaben der Übergangsregierung die Eingliederung von SDF-Einheiten in das Verteidigungs- und Innenministerium vorgesehen; die BBC berichtet in diesem Zusammenhang von einem umfassenderen 14-Punkte-Abkommen und einer Überprüfung der Kräfte vor der Integration. Die SDF äußerte sich zunächst nicht offiziell. SDF-Anführer Mazloum Abdi nahm nach Angaben aus Damaskus wegen schlechter Wetterbedingungen nicht persönlich an der Unterzeichnung teil; al-Scharaa kündigte ein Treffen für Montag an, um offene Fragen zu klären. US-Sondergesandter Tom Barrack begrüßte die Einigung als Wendepunkt; laut BBC war er in Damaskus mit al-Scharaa zusammengetroffen. Die Waffenruhe folgt auf Tage zunehmender Gewalt, nachdem die Armee – teils unterstützt von arabischen Milizen – bei der Übernahme mehrerer Orte erneut auf Widerstand stieß und strategisch wichtige Punkte wie Tabqa und den Euphrat-Staudamm unter Kontrolle gebracht haben soll. Parallel betont Damaskus politische Zugeständnisse an die Kurden, darunter die Anerkennung kultureller und sprachlicher Rechte.

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