CSD-Anschlag: Mutmaßlicher Täter war in Deradikalisierungsprogramm – Kritik an Justiz wird lauter
Wichtige Fakten
- • Eine 35-Jährige starb, 29 Menschen wurden verletzt.
- • Abdul B. war als islamistischer Gefährder eingestuft.
- • Er saß zwei Vorgespräche bei Deradikalisierungsprogramm ab.
- • Bundesanwaltschaft sucht nach Hintermännern.
- • Kritik an Bewährungsstrafe für Gefährder.
Weitere Details zum Tathergang
Der Anschlag ereignete sich am Samstagabend gegen 22 Uhr nahe des CSD-Festivalgeländes im Berliner Tiergarten. Ein weißer Kastenwagen fuhr in eine Menschenmenge, wobei eine 35-jährige Frau getötet und 29 weitere Menschen verletzt wurden. Der Fahrer floh zunächst, konnte aber am Sonntagabend in einer Kleingartenanlage in Spandau gestellt werden. Bei dem Einsatz griff er die Polizei mit einer Stichwaffe an und wurde daraufhin erschossen. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen, um Hintermänner und Mittäter zu identifizieren.
Abdul B.: Ein bekannter Gefährder auf freiem Fuß
Der 21-jährige Abdul B., Deutscher mit libanesischen Wurzeln, war den Behörden seit Jahren als islamistischer Gefährder bekannt. Er wurde bereits wegen versuchten IS-Beitritts zu 22 Monaten Jugendstrafe verurteilt, jedoch auf Bewährung freigelassen. Zudem nahm er an einem Deradikalisierungsprogramm teil, das nach zwei Vorgesprächen noch nicht begonnen hatte. Politik und Experten üben nun scharfe Kritik an der Entscheidung des Gerichts, den Gefährder auf freien Fuß zu setzen. Innenminister Dobrindt sprach von einer nicht nachvollziehbaren Bewährungsstrafe.
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