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Wissen 16.01.2026, 18:21 Aktualisiert: 16.01.2026, 20:05

„Tierführerschein“ für Haustiere: Tierärzte werben für mehr Sachkunde vor dem Kauf

Auf einem Tierärztekongress wurde ein „Tierführerschein“ als mögliche Maßnahme diskutiert, um Halter besser vorzubereiten und Tierschutzverstöße zu reduzieren.

Wichtige Fakten

  • Auf einem Tierärztekongress wurde ein „Tierführerschein“ als mögliche Maßnahme diskutiert, um Halter besser vorzubereiten und Tierschutzverstöße zu reduzieren.
  • Der Deutsche Tierschutzbund schätzt die Gesamtkosten für einen Hund über seine Lebensspanne auf rund 20.000 Euro; Operationen oder Unfälle können zusätzliche Tausende Euro verursachen.
  • Veterinär Reiner Cermak berichtet, dass Halter teils erst bei Tierarztbesuchen von Gesundheitsproblemen oder falscher Ernährung erfahren und dann aus Kostengründen Tiere ins Tierheim geben.
  • In Sachsen-Anhalt steht ab Februar eine Hundebesitzerin vor Gericht, die laut Bericht knapp 130 Hunde auf ihrem Hof gehortet haben soll; die behördlichen Kosten im Fall Bad Lauchstädt werden mit 350.000 Euro beziffert.
  • Über die Ausgestaltung (Theorie/Praxis, digitale Teile) gibt es in der Tierärzteschaft noch unterschiedliche Ansichten; Einigkeit bestehe laut Cermak darüber, dass die Schulung freiwillig sein solle.
Auf dem Tierärztekongress ist ein bundesweiter „Tierführerschein“ als Idee diskutiert worden, um künftige Halterinnen und Halter besser auf Verantwortung und Kosten der Tierhaltung vorzubereiten. Tierärzte wie Reiner Cermak kritisieren, viele Menschen unterschätzten die finanziellen und gesundheitlichen Anforderungen: Ein Hund koste laut Deutschem Tierschutzbund über die Lebensspanne etwa 20.000 Euro, bei Operationen kämen schnell weitere Tausende hinzu. Wenn Halter dann von Krankheiten oder falscher Ernährung erfahren, würden Tiere teils im Tierheim landen. Zugleich verweisen die Experten auf schwere Tierschutzfälle wie das mutmaßliche Horten von knapp 130 Hunden in Sachsen-Anhalt; die Behördenkosten in Bad Lauchstädt werden mit 350.000 Euro angegeben. Über Inhalte und Form des „Tierführerscheins“ wird noch gestritten; die Schulung solle freiwillig bleiben, auch wegen zusätzlicher Bürokratie. In Österreich ist ein Hundeführerschein seit Jahresbeginn Pflicht.

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