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Politik 30.05.2026, 12:00 Aktualisiert: 30.05.2026, 18:02

Trumps Umfeld winkt Milliarden-Deal: Pipeline-Projekt in Bosnien weckt Bedenken

AAFS, eine Firma mit Trump-Verbindungen, soll 1 Mrd € Pipeline bauen.

Wichtige Fakten

  • AAFS, eine Firma mit Trump-Verbindungen, soll 1 Mrd € Pipeline bauen.
  • Jesse Binnall und Joe Flynn, Trumps Anwalt und Ex-Berater, sind an AAFS beteiligt.
  • Die EU warnt Bosnien vor den Folgen des nicht ausgeschriebenen Deals.
  • Die Trump-Admin. hob Sanktionen gegen den serbischen Führer Dodik auf.
  • Dodik blockiert Pipeline nicht mehr nach Trump Jr.s Besuch.

Umstrittener Pipeline-Deal in Bosnien

Eine wenig bekannte Firma namens AAFS steht kurz vor der Unterzeichnung von Verträgen im Wert von über einer Milliarde Euro für den Bau einer Erdgaspipeline in Bosnien. Das Unternehmen hat keine Erfahrung mit Projekten dieser Größenordnung, dafür jedoch enge Verbindungen zu US-Präsident Donald Trump. Einer der Vertreter ist Jesse Binnall, ein Anwalt, der Trump und dessen Sohn in politischen Fällen vertrat. Der andere ist Joe Flynn, Bruder des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn. Beide waren im Trump-Lager aktiv, das die Wahlniederlage von 2020 anfocht.

Unterstützung aus Washington

Guardian-Recherchen zufolge erhalten Binnall und Flynn volle Rückendeckung aus dem Weißen Haus. Die Pipeline „Southern Interconnection“ soll Bosnien von russischem Gas unabhängig machen und Gas aus den USA importieren. Ein nicht-offentliches Angebot sieht Kosten von 1,2 Milliarden Euro vor. Transparenz-Organisationen kritisieren, dass der Auftrag ohne Ausschreibung vergeben wurde – in einem der korruptesten Länder Europas. Die EU hat Bosnien bereits gewarnt, dass solche Entscheidungen den Beitrittsprozess gefährden könnten.

Geopolitische Verflechtungen

Die Trump-Administration hat zudem die Sanktionen gegen Milorad Dodik aufgehoben, den ultranationalistischen Führer der bosnischen Serben, der zuvor als Paria galt. Dodik blockiert die Pipeline nun nicht mehr. Kritiker fürchten, dass die USA sich damit von einem Verbündeten Putins abhängig machen und das empfindliche Friedensabkommen von Dayton gefährden. Der ehemalige US-Botschafter Michael Murphy spricht von einem „Spiel mit dem Feuer“.

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