TÜV-Süd-Ermittlungen nach Dammbruch in Brasilien drohen zu verjähren
Wichtige Fakten
- • Dammbruch 2019 in Brasilien tötete 270 Menschen.
- • Staatsanwaltschaft München will frühestens Ende 2026 über Anklage entscheiden.
- • Verjährung der Vorwürfe wird wegen langer Ermittlungsdauer wahrscheinlicher.
- • TÜV SÜD weist rechtliche Verantwortung zurück.
Langwierige Ermittlungen in München
Mehr als sieben Jahre nach dem verheerenden Dammbruch in Brasilien mit 270 Toten kommen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München gegen die TÜV SÜD AG nur langsam voran. Eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen einen Manager droht zu verjähren. Die Staatsanwaltschaft begründet die Verzögerung mit der Komplexität des Verfahrens und Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Unterlagen aus Brasilien.
Vorwürfe gegen TÜV SÜD
Der Damm war Monate vor dem Unglück von einer brasilianischen Tochterfirma des deutschen TÜV SÜD für sicher erklärt worden. Opfervertreter erstatteten bereits 2019 Strafanzeige. Der Mutterkonzern weist jede rechtliche Verantwortung zurück. In Brasilien laufen bereits Verfahren gegen vier Ingenieure, auch ein deutscher Manager ist dort angeklagt. Fast 1.500 Angehörige fordern vor dem Landgericht München rund 600 Millionen Euro Schadensersatz.
Kritik an Ermittlungsarbeit
Recherchen von NDR, WDR und SZ zeigen, dass die Beweissicherung in der Münchner Zentrale erst fünf Jahre nach der Katastrophe erfolgte und auf Eigenauskunft des Unternehmens basierte. Ein interner Untersuchungsbericht existiert nicht. Die Staatsanwaltschaft betont jedoch, das Verfahren werde mit Hochdruck betrieben, sodass ein Abschluss rechtzeitig erfolgen könne.
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