Undercover-Recherche enthüllt internationales Netzwerk rechtsextremer Frauengruppen
Wichtige Fakten
- • Lukreta nutzt Social Media, um für rechte Politik und 'Remigration' zu werben.
- • Die Gruppe ist eng mit AfD-Europaabgeordneten verbunden und agiert als Vorfeldorganisation.
- • Lukreta vernetzt sich international mit rechtsextremen Akteuren wie Steve Laws und Martin Sellner.
- • Kongresse der Gruppe werden teilweise durch EU-Steuergelder finanziert.
- • Ähnliche Frauengruppen entstehen in Frankreich, Spanien, Italien und der Schweiz.
Zusammenfassung
Eine Undercover-Recherche von team.recherche enthüllt, dass die AfD-nahe Frauengruppe Lukreta, die sich auf Social Media mit harmlosen Inhalten wie Modetipps präsentiert, Teil eines europaweiten rechtsextremen Netzwerks ist. Die Gruppe nutzt gezielt Plattformen wie Instagram, um politische Botschaften wie die Forderung nach 'Remigration' – ein Begriff mit völkisch-rassistischen Konnotationen – zu verbreiten und neue Wählerinnen für die AfD anzuwerben. Expertinnen wie Juliane Lang bewerten dies als strategische Rekrutierung.
Vernetzung und Finanzierung
Lukreta ist eng mit der AfD verbunden: Gründerin Reinhild Boßdorf arbeitet für den AfD-Europaabgeordneten Alexander Jungbluth, und ihre Mutter Irmhild Boßdorf ist AfD-Europaabgeordnete in der ESN-Fraktion. Die Recherchen zeigen, dass sich Vertreterinnen von Lukreta auf internationalen Kongressen, etwa in Portugal organisiert von Reconquista, mit prominenten Rechtsextremisten wie Steve Laws und Martin Sellner vernetzen. Dabei werden nationalsozialistische Ideologien unwidersprochen verbreitet. Mindestens ein Kongress wurde durch Steuergelder finanziert, wie die ESN-Fraktion einlädt, und das Europäische Parlament äußert sich nicht zur Konformität mit EU-Werten.
Europäische Ausbreitung
Ähnliche rechtsextreme Frauengruppen entstehen derzeit in mehreren europäischen Ländern, darunter Frankreich, Spanien, Italien und der Schweiz, die sich untereinander als 'Schwestern' bezeichnen und gemeinsame Narrative wie 'Remigration' verbreiten. Ihr Zulauf und Grad der Organisierung wachsen, was Innenminister Herbert Reul als 'brandgefährlich' bezeichnet. Die Gruppen nutzen auch physische Treffen wie Frauenkongresse zur weiteren Vernetzung.
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