US-Angriffe auf Iran trotz Waffenruhe: Friedensgespräche in Katar laufen weiter
Wichtige Fakten
- • US-Militär greift Raketenstellungen und Minenleger-Boote im Süden Irans an
- • Iran spricht von „grobem Verstoß“ gegen die Waffenruhe, kündigt keine Vergeltung an
- • Verhandlungen über Rahmenabkommen mit 60-tägiger Waffenruhe laufen in Katar weiter
- • Ölpreis Brent steigt um 4 Prozent auf über 100 Dollar je Barrel
- • Israelische Armee beginnt Bodenoperationen nördlich der „Yellow Line“ im Südlibanon
Neue US-Militärschläge im Süden Irans
Trotz der seit April geltenden Waffenruhe und parallel laufender Friedensgespräche hat das US-Militär Raketenstellungen und Boote der iranischen Revolutionsgarden im Süden Irans angegriffen. Laut US-Zentralkommando (CENTCOM) seien Boote attackiert worden, die Minen in der strategisch wichtigen Straße von Hormus verlegen wollten. Es handele sich um „Selbstverteidigungsmaßnahmen“. Das iranische Außenministerium verurteilte den Angriff als „grobe Verletzung“ der Waffenruhe, kündigte jedoch keine konkreten Vergeltungsschläge an. Nach iranischen Angaben wurden US-Drohnen abgeschossen und ein Kampfjet zum Abdrehen gezwungen.
Friedensverhandlungen in Katar auf entscheidendem Stand
Die laufenden Verhandlungen unter Vermittlung von Katar und Pakistan zeigen unterdessen keinen Zusammenbruch. Der Chefunterhändler und Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf verweilt in Doha, um letzte Streitpunkte zu klären – insbesondere die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte in Höhe von rund 24 Milliarden Dollar sowie die Modalitäten der Seeblockade und der Nuklearverhandlungen. US-Außenminister Rubio betonte, dass man einem „ziemlich soliden Angebot“ nahe sei, aber noch einige Tage für die Feinarbeit benötige. Präsident Trump unterstrich, einen „guten Deal – oder gar keinen“ abzuschließen.
Ausweitung der Israels Operationen im Libanon
Parallel zur Eskalation am Golf weitet Israel seine Bodeneinsätze im Südlibanon aus. Israelische Streitkräfte operieren Berichten zufolge nördlich der sogenannten „Gelben Linie“ in der Pufferzone und dringen für begrenzte Einsätze tiefer in libanesisches Territorium vor. Bei Luftangriffen in der Bekaa-Ebene kamen Dutzende Menschen ums Leben, die libanesische Armee meldete über 30 Todesopfer. Derweil fordert die libanesische Regierung verstärkt Hilfe für die vielen Binnenflüchtlinge.
Ölpreis steigt, Zölle zurückgestellt
Die internationalen Ölmärkte reagierten empfindlich auf die neuen Kämpfe am Persischen Golf. Rohöl der Sorte Brent stieg um bis zu vier Prozent auf über 100 Dollar je Barrel. Trotz der neuen Angriffe bleiben die Exportstraßen vorerst blockiert; das stark gestörte Angebot verschärft die weltweite Kostenkrise.
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